Der bolivianische Senatspräsident Walter Guevara Arce soll die Rückkehr des Landes zu einer Zivilregierung nach 15 Jahren Militärherrschaft vorbereiten.

Bei den Präsidentschafts wählen am 1. Juli hatten sowohl der konservative dreimalige Ex-Präsident Victor Paz Estenssoro wie sein halblinker Gegenspieler Hernan Siles Suazo die erforderliche absolute Mehrheit verfehlt. In fünf Sitzungstagen konnte sich das Parlament nicht auf einen der beiden Kandidaten einigen. Die Kompromißlösung fand sich erst zu Wochenbeginn: Walter Guevara Arce erhielt eine Mehrheit als Übergangspräsident mit einjähriger Amtszeit. Im Mai 1980 sollen neuerlich Präsidentschaftswahlen stattfinden, um bei womögeinen „ständigen Präsidenten“ mit geringeren Schwierigkeiten bestimmen zu können.

Guevara war zweimal Außenminister seines Landes und einer der Gründer der Nationalen Revolutionären Bewegung. Im vergangenen Jahr war er nach vierjährigem Exil nach Bolivien zurückgekehrt und zum Senatspräsidenten gewählt worden. Die Militärregierung hat inzwischen ihre Entscheidung bekräftigt, die Macht an die Zivilregierung zu übergeben.