Selbst ein begeisterter Schwimmer hat Angst, aus öffentlichen Bädern nicht nur Fußpilz, sondern auch andere ansteckende Krankheiten mit nach Hause zu nehmen. Über 600 Millionen Keime, die von seinen „Haut, Nasen- und Rachenschleimhäuten“ stammen, und Schmutzstoffe wie „abgeschilferte Hautteilchen, Speichel, Nasen-, Rachenschleim, Urin, Schweiß, Haare, Kosmetika oder Sonnenöl“, schwimmen mit jedem Badegast im Wasser um die Wette. Klingt diese Aufzählung noch so abstoßend, muß man ihretwegen keineswegs auf ein Bad verzichten. Zu dieser Ansicht kommt zumindest Martin Exner, Arzt am Hygieneinstitut der Bonner Universität, der in seiner jetzt veröffentlichten Dissertation aus hygienischer Sicht untersuchte, wie gesund das Baden in öffentlichen Schwimmbädern ist.

Krankheitserreger, die Chlor und Wasseraufbereitungsanlagen trotzen, bedrohen demnach am häufigsten Nase, Rachen, Augen und Ohren. Magen- und Darmbeschwerden sind bereits seltenere „Badekrankheiten“. Unbegründet ist auch die Furcht vor Salmonellosen, die – entgegen der bisherigen Ansicht – nicht durch das kühle Naß übertragen werden. Jedoch sind es meist Kinder, die nach Badefreuden krank werden. Zum einen sind sie „infektionsanfälliger“ und zum anderen wird das Wasser ihrer Planschbecken immer noch stiefmütterlich behandelt. Oft, so klagt der Wissenschaftler, ist es weder dem Kreis der Was? serreinigung angeschlossen, noch weist es freies Chlor auf. C.W.