Die Stallwächter von Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, derweil auf Reisen durch Lateinamerika, brachten ihren Chef in den Verdacht, bei der Pflege seines Image allzu kleinkarierte Maßstäbe anzulegen.

Der Anlaß war die Telephonaktion des Bonner „General-Anzeigers“: Leser fragen, Forschungsminister Volker Hauff antwortet.

Nachdem das Blatt den Forschungsminister bei der Vorankündigung der Aktion zum „Energieminister“ befördert hatte, regte sich im Wirtschaftsministerium Unmut. Diskret ließ man wissen, wenn jemand sich Energieminister nennen dürfe, dann doch wohl nur Otto Graf Lambsdorff.

Die diskrete Beschwerde sprach sich bis zur Redaktion des General-Anzeigers, herum, der dann auch prompt reagierte. Das Blatt verzichtete darauf, Hauff als Energieminister zu titulieren, sprach jedoch statt dessen bei der Berichterstattung über die Aktion nun von dem „Energiesparminister“ Volker Hauff.

Darüber waren die um den Ruf ihres Ministers besorgten Beamten des Wirtschaftsministeriums nun erst recht ergrimmt. Der Wirtschaftsminister selbst freilich hatte für so kleinliche – Auslegungsschwierigkeiten keinen Sinn. * Die Arbeit der internationalen „Nord-Süd-Kommission“ unter Vorsitz des SPD-Parteichefs Willy Brandt – auch Brandt-Kommission genannt – ist so gut wie abgeschlossen.

Die Kommission, im Dezember 1977 gegründet, um die Probleme im Konflikt zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern zu erörtern und mögliche Lösungen aufzuzeigen, wird ihren abschließenden Bericht Anfang kommenden Jahres vorlegen, also rechtzeitig zu Beginn einer neuen Entwicklungsdekade.

Darin werden auch kritische Anmerkungen über die Rolle internationaler Organisationen enthalten sein, Dazu Brandt in einem Interview mit der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“: „Man kann nicht in einer Massenversammlung der Vereinten Nationen zu guten Lösungen kommen, wenn Vertreter von 150 Staaten – multipliziert mit einer Reihe von Mitarbeitern – miteinander diskutieren.“