Das Bundesfinanzministerium unternimmt gegenwärtig einen Vorstoß gegen die sogenannten Tafelgeschäfte der Banken, also gegen den anonymen Barkauf und -verkauf effektiver Stücke (Aktien, Pfandbriefe, Kommunalobligationen und Investment-Zertifikate). Unbestritten bietet im Wertpapierbereich diese Geschäftsart ein Schlupfloch, vielleicht das letzte, für Steuerhinterzieher. Denn bei der Einlösung der Zinsscheine gibt es keine Kontrollmöglichkeit der Finanzbehörden.

Mit der Körperschaftsteuer-Reform ist sichergestellt, daß durch das Verschweigen von Dividendeneinnahmen ihr Empfänger keinerlei Vorteile mehr hat. Gerade nicht bei den Zinsscheinen festverzinslicher Papiere und der Rentenfonds, Hier kassiert der Besitzer „brutto für netto“. Nicht so beispielsweise in Dänemark, wo sich jede Bank der Finanzbehörde automatisch meldet, wer bei ihr wieviel Zinsen kassiert hat. Hier ist der Überwachungsstaat bereits total.

Ob es auch bei uns soweit kommen wird, steht noch nicht fest. Daß viele deutsche Sparer, die sich über Gebühr durch die Einkommensteuer bedrückt fühlen, bereits jetzt Ausschau nach Ausweichmöglichkeiten im Ausland halten, ist kein Geheimnis. Weit brauchen sie mit ihrem Geld übrigens nicht zu wandern. Österreich wirbt in letzter Zeit verstärkt mit seinem Bankgeheimnis, das sicherstellt, daß Konten aller Art nicht einmal unter dem Namen des Inhabers eröffnet zu werden brauchen. Die dortige sozialistische Regierung weiß, wie man sich bei Kapitalisten beliebt macht. Und das lohnt auch für die Banken, wie man an ihrem dichten Zweigstellennetz in den Touristengebieten sieht. Hier wird eben nicht nur Geld gewechselt... K. W.