Enttäuschend

„Der Herr der Ringe“ von Ralph Bakshi. Selbst Stanley Kubrick scheiterte an der grandiosen Mythenwelt des englischen Literatur-Professors John Ronald Reue! Tolkien und ließ rasch wieder von dem Plan ab, „The Lord of the Rings“ auf die Leinwand zu übertragen. Nun hat sich der Trickfilmer Bakshi („Fritz the Cat“, „Heavy Traffic“) in das Reich der Hobbits, Elben, Trolls, Zauberer und schwarzen Reiter gewagt. Doch befriedigt seine Expedition ins Auen- und ins Elben-Land, nach Mordor und zum Vulkan Orodruin wohl weder die Tolkien-Gemeinde noch die Freunde des Animations-Kinos. Die einen wird es stören, daß die tapferen Hobbits Bilbo und Frodo als Kinder dargestellt werden, die anderen werden die beiden unvereinbaren Trick-Stile bemängeln: Denn während Bakshi die Bösen, die Schwarzen Reiter und den Herrn der Finsternis, mit einer fast experimentellen Technik darstellt, waltet bei der Darstellung der Hobbit-Welt jene schwer erträgliche Süßlichkeit des Ausdrucks, die selbst Walt Disneys Zeichner inzwischen überwunden haben. Dies ist übrigens – von der Werbung verschwiegen – nur der erste Teil der Hobbit-Saga. Der zweite soll 1980 in die Kinos kommen. Hans C. Blumenberg

Lächerlich

„Von Augenblick zu Augenblick“ von Jane Wagner. Sie heißt Trisha: eine gelangweilte, reiche Enddreißigerin, die sich von ihrem Mann getrennt hat. Er nennt sich Strip und ist ein junger, einsamer „Beach Boy“, der von zu Hause ausgerissen ist. Sie wandelt (in teurer Garderobe) durch die überdekorierten Räume ihres Sommerhauses am Strand von Malibu, kost ihren kleinen weißen Terrier und klappt mit den Augenlidern. Er scharwenzelt (vorzugsweise im Badeslip) um die Lady, baut Sandburgen, schmeißt Flaschenpost ins Meer und hat tränenfeuchte Augen. „Strip... oh, Strip!“, stöhnt sie, als sie sich endlich seiner erbarmt hat. Mit ihrem Spielfilmdebüt ist Jane Wagner die lahmste, leidenschaftsloseste und unerotischste Love-Story des Kinos geglückt. Da sie es darüber hinaus noch fertiggebracht hat, zwei Stars (Lily Tomlin und John Travolta) der absoluten Lächerlichkeit preiszugeben, gebührt dem im Original „Moment by Moment“ betitelten Opus jedoch ein durchaus privilegierter Platz: im Pantheon des ‚Trash’.

Helmut W. Banz

Empfehlenswerte Filme

„Halloween – Die Nacht des Grauens“ von John Carpenter. „Die Ehe der Maria Braun“ von Rainer Werner Fassbinder. „Woyzeck“ von Werner Herzog. „Ein komischer Heiliger“ von Klaus Lemke. „In der Glut des Südens“ von Terrence Malick. „Die Herde“ von Zegi Ökten. „Armee der Liebenden“ und „Tally Brown, New York“ von Rosa von Praunheim. „Du wirst noch an mich denken“ von Alan Rudolph. „Die Blechtrommel“ von Volker Schlöndorff. „Die Abfahrer“ von Adolf Winkelmann.