Wofür Knappheit und Teuerung doch gut sein können! Weil wir Energie sparen müssen, kommen uns die Bemühungen jener „Flugkörper-Konstrukteure gerade recht, die sich wieder mit Luftschiffen beschäftigen.

Sie haben Rechnungen wie die folgende aufgemacht: Ein mit 250 Passagieren besetzter Airbus verbraucht zwischen Paris und London sieben Tonnen Kerosin. „Skyship“ aber, eine englische Konstruktion in Form einer riesigen Untertasse, die 1981 in Betrieb genommen werden soll, wird 500 Passagiere in zwei Stunden bei einem Verbrauch von zweieinhalb Tonnen Sprit transportieren.

Doppelt so viele Fluggäste, dreimal so wenig Treibstoff. Übrigens ist diese Zukunftsrechnung am Beispiel kleiner Modelle des „Skyship“ aufgemacht worden, die ihre Flugtüchtigkeit schon bewiesen haben.

Sie werden natürlich nicht so schnell wie Flugzeuge sein, alle diese modernen Nachfahren der „Lenkbaren“, deren Verwirklichung man gegenwärtig ins Auge faßt. Bedenkt man aber, daß Flugzeuge fast 70 Prozent ihres Treibstoffes darauf verwenden, in die Luft zu steigen und sich darin zu halten, doch nur 30 Prozent, sich darin zu bewegen, dann genießt man den Gedanken, daß Luftschiffe „leichter als Luft“ sind und daher den Sprit für ihre Motoren im wesentlichen zur Fortbewegung brauchen.

Spielten sich die neuen Versuche nicht in der Luft ab, könnte man davon sprechen, daß die Konstrukteure in ein Neuland vorstoßen, das zugleich Altland ist. Denn Ballone existierten, ehe es Flugzeuge gab. Schon 1793 lösten sich in Frankreich Monsieur de Rozier und Marquis d’Arlandes an Bord einer „Montgolfiere“ (Montgolfiere nach den Erfindern, den Brüdern Montgolfier) vom Erdboden, und ein Ballon trug 1870 den Staatsmann Gambetta hinaus aus dem von den Preußen belagerten Paris.

Und erst die Geschichte des deutschen Grafen Zeppelin und seiner Konstruktionen! Das letzte Modell, die „Hindenburg“, konnte fast 15 000 Kilometer chne Zwischenlandung mit 40 Mann Personal und 70 Passagieren zurücklegen. Es überquerte regelmäßig den Atlantik, ehe es 1937 in Lakehurst in Flammen aufging: damals, als allein den Amerikanern das absolut sichere Heliumgas zur Verfügung stand, nicht aber den Deutschen, die bei der „Hindenburg“-Katastrophe fast. hundert Tote beklagten.

Seither haben die Großflugzeuge das Rennen gemacht. Doch sind auch Luftschiffe immer noch „gefahren“. In Miniaturausgaben machten sie Reklame, absolvierten Beobachtungsflüge, machten sich in allen Formen am Himmel nützlich.