Zwei Wochen lang feilschten die Tarifexperten der Luftfahrtgesellschaften im letzten Monat am Genfer See darum, wie hoch der Treibstoffzuschlag zu den Flugpreisen sein soll. Man einigte sich schließlich auf neun bis 13 Prozent.

Nicht ohne Selbstgerechtigkeit gab die Lufthansa jetzt jedoch bekannt, daß sie ihre Flugpreise „nur unterdurchschnittlich“ anhebt, auf den meisten Strecken um etwa fünf Prozent. Dafür gibt es gute Gründe: im Inland die Konkurrenz des verbesserten Inter-City-Verkehrs der Bundesbahn und international den Nachteil, der sich aus dem hohen Wechselkurs der D-Mark ergibt.

Noch vor kurzer Zeit wäre das allerdings nicht denkbar gewesen; da galten Beschlüsse des Luftverkehrsverbandes IATA wie ein Gesetz. Der Beschluß der Lufthansa zeigt: Dem einst so mächtigen Preiskartell ist das Rückgrat gebrochen. km