Mexico City: Wie zur Bestätigung der von renommierten Wissenschaftlern geäußerten Warnung vor den Magen- und diplomatischen Verstimmungen, die durch sogenannte Arbeitsessen entstehen, mag ein erst jetzt bekanntgewordenes heikles Mißverständnis dienen, das bei dem kürzlichen Besuch Graf Lambsdorffs in Mexiko entstand. Während eines solchen Arbeitsessens bezog der Minister die Frage: „Mehr Öl?“ auf seinen Salat und verneinte so entschieden, daß sein mexikanischer Amtskollege auf sein Ölangebot an Bonn nicht mehr zurückkam. Eine sicher folgenschwere Panne konnte erst verhindert werden, als der Graf seine Lieblingsidee entwickelte: nach jeder Tankerkollision sollte mit deutschem „Know-how“ das ausgelaufene mexikanische Öl direkt aus dem Meer gewonnen werden.

Bonn: Das Bundesinnenministerium weist darauf hin, daß sich der von der „Bildzeitung“ erhobene Verdacht, Günther Wallraff habe – illegal! – den Verfassungsschutz abgehört und ihm irrtümlich davon keine Meldung gemacht, nicht bestätigt hat. Vielmehr könne man davon ausgehen, daß sein Gespräch mit dem Chefredakteur des „Bayern-Kurier“, Scharnagl, am 12. Oktober 1975, vermutlich von einem östlichen Geheimdienst abgehört und mitgeschnitten wurde.

Teheran: Als typisches Beispiel für die verlogene Hetze westlicher Journalisten gegen die iranische Revolution wurde im hiesigen Außenministerium der angebliche Fall einer wegen erwiesenen Ehebruchs zu 375 Stockschlägen verurteilten Frau angeführt. So hätten die westlichen Korrespondenten unterschlagen, daß es sich bei dem Urteil um einen Gnadenerweis gehandelt habe, denn die Frau sei zunächst zum Tode verurteilt worden. Ferner sei sie nicht zu 375 Stockschlägen, sondern zu 325 begnadigt worden.

Bonn: Nach einem dreistündigen Gespräch mit dem von seinem Nahost-Einsatz heimgekehrten FDP-Fallschirmspringer Möllemann erklärte Bundesaußenminister Genscher, er könne sich jetzt endlich daran erinnern, einen Mann namens Möllemann nie im Leben gesehen zu haben. Schon aus diesem Grunde sei es sehr unwahrscheinlich, daß er diesen Möllemann, oder wie der Mann heiße, je zu Kontakten mit der PLO ermuntert haben soll, von denen er sich, ebenso wie von Herrn Möllemann, ausdrücklich, jedenfalls bis auf weiteres, distanziere.

Weinzell a. d. Mosel: Zu einem Eklat wäre es beinahe gekommen, als sich infolge einer Fehldisposition in dem bekannten Weinlokal „Zur schönen Aussicht“ sowohl der .SPD-Arbeitskreis „Stoppt Ehmke“ (der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Ehmke an etwaigem Machtzuwachs zu hindern, indem man ihm jeden frei werdenden, ehrenvollen, aber einflußlosen Job zuschiebt) wie auch der CDU-„Freundeskreis Todenhöfer“, der sich darum bemüht, für den Abgeordneten einen völlig .aussichtslosen Wahlkreis zu sichern, im selben Saal versammeln wollten. Daß sich beide Kreise darauf einigten, ihre Versammlungen gemeinsam abzuhalten, wird in politischen Kreisen begrüßt.

München: Die CSU-Landesleitung bekräftigt noch einmal, daß der CSU-Vorsitzende den ihm in den Mund gelegten Satz: „

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