Für Piloten sind Vögel in der Luft keine gefiederten Freunde, sondern gefährliche Gegner. Besonders während der Start- und Landephase zählen Begegnungen mit größerem Federvieh zu den Erfahrungen, auf die auch und gerade die Piloten von großen und wenig handlichen Düsenverkehrsflugzeugen gern verzichten würden. Vor allem, wenn ein Vogel die Frontscheibe durchschlägt oder wenn er in ein Triebwerk gerät, besteht Gefahr.

Die unterschiedliche Motivation der einzelnen Vogelarten, mit dem stählernen Bruder Kontakt aufzunehmen, hat jüngst das australische Verkehrsministerium in Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft „Qantas“ erforscht. So steigen manche Vögel in Schwärmen auf, um den vermeintlichen Artgenossen zu begrüßen. Anders Adler und Falken: sie fühlen sich angegriffen und wollen ihr Luftterritorium verteidigen. Piloten berichten, daß ihnen Raubvögel mit ausgestreckten Krallen und aufgerissenem Schnabel entgegenkommen.

In Sydney arbeitete die Flughafenbehörde einen Plan aus, wie man die Vögel vom Flughafengelände fernhalten könnte. Vorausgegangen war ein 18monatiger Versuch mit abgerichteten Jagdfalken, denen es allerdings nicht gelang, ihre Artgenossen wirkungsvoll zu vertreiben.

Eine „Vogel-Patrouille“ jedoch erwies sich als äußerst effektvoll. Innerhalb weniger Monate ging die Zahl der sogenannten „Vogelschläge“ von durchschnittlich achtzig auf acht pro Jahr zurück. Die modernen Vogelscheuchen umfahren regelmäßig das Flughafengelände und verschießen Platzpatronen. Da sich aber das Federvieh mit der Zeit an das laute, aber harmlose Krachen gewöhnen und es ignorieren würde, schießt die Patrouille von Zeit zu Zeit – mit Genehmigung der Tierschutzbehörden – scharfe Schrotpatronen.