Die Lohnsteigerungen sollten nach Ansicht des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung im kommenden Jahr im Durchschnitt nicht über vier Prozent liegen. Nur dann könnten die „eigenständigen Auftriebskräfte“ der Wirtschaft erstarken. Einen derartigen Lohnverzicht könne man den Arbeitnehmern allerdings nur bei stabiler Geldpolitik zumuten, meint das Institut. Die aber sei durch das Europäische Währungssystem gefährdet. Die Bundesregierung müsse daher den Leitkurs der Mark rechtzeitig korrigieren, um ein Durchschlagen der Inflationsraten anderer Länder auf die Bundesrepublik zu verhindern.

Nach den starken Preissteigerungen am Mineralölmarkt werden sich nun auch die Preise für andere Energieträger erhöhen. Das jedenfalls fürchten die Essener Forscher. Dabei verweisen sie auf angekündigte Preisanhebungen durch zahlreiche Energieversorgungsunternehmen. Betroffen seien sowohl Strom- als auch Erdgaspreise.

Besorgt über die Preisentwicklung haben sich unterdessen auch die deutschen Banken geäußert. Die höheren Heizöl- und Benzinpreise führten zu einem Entzug an Kaufkraft und würden unvermeidlich Nachfrageverlagerungen zur Folge haben. Ein noch größeres Risiko für die künftige Konjunkturentwicklung sieht der Bundesverband Deutscher Banken, wenn dem Preisschub beim Öl ein weiterer hausgemachter Preis- und Kostenschub folgen würde.

Die Deutsche Lufthansa erhöht am 1. September ihre Preise, allerdings bleibt sie dabei unterhalb der von der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) beschlossenen Zuschläge. Während die IATA Steigerungen zwischen neun und 13 Prozent empfohlen hatte, will die Lufthansa ihre Preise „nur“ zwischen vier und zehn Prozent anheben.

Für Miete gaben die Bundesbürger Anfang 1978 im Durchschnitt 278 Mark im Monat aus. Diese Zahl legte jetzt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden vor. Entscheidenden Einfluß auf die Höhe der Miete hat – so das Ergebnis der Untersuchung – die Größe der Gemeinde, in der eine Wohnung liegt. Mieter in kleineren Städten zahlen für vergleichbare Wohnungen deutlich weniger als Großstädter. ms