Nach Mao: die Ungewisse Zukunft des Riesenreiches

Von Joachim Glaubitz

An Publikationen über die Entwicklungen in China seit dem Tode Mao Tse-tungs herrscht kein Mangel. Stammen sie aus der Feder von Mao-Anbetern, dann findet die heutige Innen- und Wirtschaftspolitik Chinas keine Gnade. Für sie ist das, was Maos Erben machen, Verrat an den Ideen des „großen Vorsitzenden“; Neigen die Autoren aber der Auffassung zu, China könne seine Probleme nur durch innere Liberalisierung und enge Zusammenarbeit mit den hochindustrialisierten Demokratien lösen, dann lassen sie sich zu kritikloser Unterstützung der neuen Machthaber, insbesondere der Politik Deng Xiaopings, hinreißen und verklären mehr, als sie erklären.

Klaus Mehnert hat in seinem jüngsten China-Buch dieser Versuchung widerstanden, auch wenn er aus der Sympathie für Dengs Politik kein Hehl macht. Er berichtet nüchtern, manchmal ein wenig zu knapp und gedrängt:

„Maos Erben machen’s anders“; Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1979; 171 S., 18,–

Das Buch bietet eine an Details reiche Momentaufnahme der politischen Landschaft Chinas zum Jahresbeginn 1979. Sie erfaßt gerade noch den Einmarsch chinesischer Truppen in Vietnam, das allerdings bisher nicht dem Warschauer Pakt beigetreten ist, wie der Verfasser meint.