Hervorragend

„Young Django“. Das ist nicht einfach nur „wieder eine Platte mit Stephane Grappelli, sondern eine wunderbare Veranstaltung. Es ist einzigartig, wozu dieser Geiger in seinem biblischen Alter noch fähig ist: ein vergnügter, äußerst virtuoser Musikant, der nur seinem alten Meister, dem Zigeuner-Gitarristen Django Reinhardt, in dessen „Quintette du Hot Club de France“ er ja in Paris gespielt hat, diese Huldigung bringt. Er hat sich dabei mit drei ebenbürtigen Musikern verbündet: den Gitarristen Philip Catherine und Larry Coryell und dem Bassisten Niels-Henning 0rsted-Pedersen. Sie faszinieren mit ihren graziösen, flinken, gedankenvollen, außerordentlich ereignisreichen Jazz-Improvisationen über Reinhardtsche und eigene Themen: Kammermusik höchster Qualität: wahrhaftig, ein Glücksfall. (MPS 0068.230) Manfred Sack

Little Feat: „Waiting For Columbus“. Das definitive Live-Album dieser vielleicht besten Band der siebziger Jahre ist „Waiting For Columbus“ nicht geworden. Zum einen fehlen etwa ein halbes Dutzend klassischer Lowell George-Kompositionen, und zum zweiten zeigt schon die dramaturgische Abfolge der Songs auf dieser Doppel-LP, daß Little Feat während der Monate, in denen die Mitschnitte entstanden, meist mit mehr Professionalität und Virtuosität denn Inspiration spielte. Trotzdem zählt die Platte zu den wenigen überragenden Beispielen live dokumentierter Rockmusik, denn in den besten Momenten erreicht die Gruppe auch hier jene Geschlossenheit, die an ihre schon legendären Auftritte Mitte der siebziger Jahre erinnert Erhältlich ist das Album jetzt in einer audiophilen Pressung, die sich gegenüber den früheren Überspielungen durch höhere Dynamik, größere Transparenz des Klangbildes und so gut wie perfekte Fertigungsqualität auszeichnet. Wegen der limitierten Auflage der Neuüberspielung in der „Original Master Recording“-Serie ist diese Pressung allerdings auch um einiges teurer als die „kommerzielle“ Fassung. (Mobile Fidelity Sound Lab MFSL 2-013; Import durch Plinus GmbH, in Hamburg) Franz Schüler