DIE ZEIT

Beispiellos

Unglaubliches ist geschehen. Zum erstenmal hat ein Staat die UN-Konvention „über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes“ ernst genommen und angewandt: Das Revolutionäre Volkstribunal in Phnom Penh verurteilte die flüchtigen einstigen Machthaber von Kambodscha, Pol Pot und leng Sary, zum Tode, weil sie während ihrer vierjährigen Herrschaft rund drei Millionen ihrer Landsleute systematisch liquidiert haben – drei von acht Millionen.

Hat sich Frankreich übernommen?

Unter den westeuropäischen Staats- und Regierungschefs ist der französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing der mächtigste.

Gott und Galgen

Die iranische Revolution frißt Allahs Helfer. Chomeini überzieht linke Liberale und jetzt die Kurden mit einem Bürgerkrieg. Er hat den „Staat Mohammeds“ von neuzeitlicher Ausbeutung in bedrückendes Mittelalter zurückgeführt.

Vierzig Jahre danach

Als das deutsche Linien-Schulschiff „Schleswig-Holstein“ am 26. August 1939 vor der Westerplatte festmachte, um, wie es hieß, dem Freistaat Danzig einen Flottenbesuch abzustatten, gab der damalige Hohe Kommissar des Völkerbundes, Carl J.

Zeitspiegel

Affäre im Dienst Dieter Blötz, seit 1970 Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes in Pullach, ist das Opfer amtsinterner Nachstellungen geworden.

Arbeitnehmer-Kongreß der SPD: Ohne Höhenflug

Welchen Spielraum für ihre Politik eine Regierungspartei besitzt – darüber geben die Bemühungen der SPD einigen Aufschluß, frühzeitig die Weichen für den Berliner Parteitag zu stellen.

Nahostpolitik: Carter ins Schleudern geraten

Das Durcheinander ist groß. Israel und Ägypten haben sich in offenen Widerspruch zum amerikanischen Versuch gesetzt, Jassir Arafats Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) auf dem Wege über eine UN-Resolution an die Autonomie-Verhandlungen für die Palästinenser heranzuführen.

Wolfgang Ebert: Bonn antwortet nicht

Plötzlich fehlt mir Bonn. Hätte nie gedacht, daß es jemals so weit mit mir kommen würde. Wem fehlt schon normalerweise Bonn? Mir jetzt zum Beispiel.

TECHNOLOGIE: Weg gesucht

In Wien begann die Weltwissenschafts- und Technologiekonferenz der Vereinten Nationen (UNCSTD), das letzte Treffen in einer Serie von UN-Mammutkonferenzen, die 1972 mit der Umweltschutztagung in Stockholm begann.

Iran: Gewalt und Bücherverbrennungen

Im Gebiet der westiranischen Stadt Pa-Iveh, wo die Armee in den vergangenen Tagen einen Kurdenaufstand niedergeschlagen hatte, finden nach Angaben von Radio Teheran noch „Säuberungsaktionen“ gegen Rebellen statt.

Indien: Ein Kampf um die ganze Macht

Immer schneller dreht sich in Neu-Delhi das Regierungskarussell. Indien taumelt dem Chaos entgegen. Ohne Rücksicht auf Verluste tobt der Machtkampf der Greise, kräftig geschürt von der Expremierministerin Indira Gandhi.

Die Jungs von Ozone Park

Schwerfällig wie eine satte Ente hebt am 8. Dezember 1978 ein Fracht-Jumbo der Lufthansa, Flugnummer 460, in Frankfurt/Main ab.

Mord und Mafia

New York-Brooklyn, an einem dampfend heißen Nachmittag im Juli: Niemand weint. Carmine Galante, genannt „die Zigarre“, ist tot.

Angst vor Konfrontation

Das Schlimmste ist“, sagt Josef Pröll, „daß man sich heute dafür entschuldigen muß, wenn man im Dritten Reich gegen den Faschismus Widerstand geleistet hat und dafür ins Konzentrationslager eingesperrt worden ist: Da gilt man fast schon als Verbrecher.

Skandal-Urteil?: Kind Jimmy und der Antipädagoge

Jimmy, ein Junge von gerade 14 Jahren, schaffte alle: Kindergärtnerinnen, Lehrer, Therapeuten, Polizisten, die Justiz, den Landeswohlfahrtsverband (LWV), Landespolitiker, zwei Ministerien und den selbsternannten Antipädagogen und Kinderschützer Ekkehard von Braunmühl, der sich Jimmy zuliebe sogar ins nächtliche Barleben stürzte.

Sowjetunion: Der Riese – ratlos

Es gibt da eine merkwürdige Diskrepanz. Der sowjetische Alltag gilt im Urteil der westlichen Öffentlichkeit allgemein als grau und eintönig.

China: Die Bürde einer Erbschaft

An Publikationen über die Entwicklungen in China seit dem Tode Mao Tse-tungs herrscht kein Mangel. Stammen sie aus der Feder von Mao-Anbetern, dann findet die heutige Innen- und Wirtschaftspolitik Chinas keine Gnade.

Abgrund des Krieges

Den Antworten näher bringt ein Band sowjetischer Kriegsphotographen mit Bilddokumenten, die oft buchstäblich beim Laufen, Liegen, Schießen entstanden.

Soll öffentlich-rechtlich ein Schimpfwort werden?

Es gibt einen öffentlichen Affekt gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Affekt wird gepflegt und genährt von Personen und Gruppen, die in der Diskussion über die künftige Rundfunkverfassung für die Zulassung von privaten Veranstaltern eintreten.

Pferdefuß der Stabilität

An der Wallstreet ist unvermutet eine Aktien-Hausse ausgebrochen. Unerwartet deshalb, weil die wirtschaftlichen Fakten eigentlich einen Kursabschwung erwarten ließen.

Sozial nur auf dem Papier

Die Einsicht kommt zu spät, als daß sie noch Lob verdiente. Dennoch ist sie bemerkenswert: Die staatliche Förderung des Wohnungsbaus, in diesem Jahr fast schon ein Zwanzig-Milliarden-Ding, ist nunmehr sogar denen suspekt geworden, die sie zu verantworten haben – dem Bundeswohnungsbauminister und seinen wichtigsten Fachleuten.

Ungarn: Wein geht vor

Von den 3600 Forint – umgerechnet sind das 350 Mark –, die er im Monat verdient, kann ein ungarischer Arbeiter nicht leben. Er hat deshalb, wie sich inzwischen herumgesprochen hat, in aller Regel einen zweiten Job.

Vereinigte Staaten: Risiko

Die amerikanische Notenbank hat vor wenigen Tagen ihren Diskontsatz um einen halben Prozentpunkt angehoben. Die Folge: Die Banken berechnen ihren besten Kunden nunmehr zwölf Prozent Zinsen für ihre Kredite.

Vermögensbildung: Pflichtübung

Wenn sich in Bonn eine Legislaturperiode ihrem Ende zuneigt, kommt mit Sicherheit das Thema der überbetrieblichen Vermögensbildung der Arbeitnehmer auf den Tisch, wohlwissend, daß Entscheidungen in der dem Parlament verbleibenden Zeit nicht mehr getroffen werden können.

BONNER KULISSE

Nachdem immer mehr Politiker versuchen, sich mit der Forderung zu profilieren, die Steuern schon 1980 zu senken – nacheinander gingen auch die FDP-Politiker Wolfgang Mischnik, Günter Verheugen und Liselotte Funcke behutsam von der Linie „frühestens 1981“ ab –, verwundert die Zurückhaltung der Sozialdemokraten.

Gerd Bucerius zu Fragen der Zeit: Vergnügt in die Katastrophe

Was haben wir nicht schon alles Gute über die Autofahrer gehört: Sie schließen sich zu Fahrgemeinschaften zusammen; sie fahren in den Urlaub mit der Bahn; sie mindern ihre Geschwindigkeit; sie überholen nicht mehr so rasant – und was dergleichen Lobsprüche mehr sind.

Großbritannien: Mit Schminke gegen die Inflation

Das Ziel ist klar: Die konservative Regierung der Margaret Thatcher will verhindern, daß das Wettrennen zwischen Preisen und Löhnen wieder heftiger einsetzt und es im Herbst zu Konfrontationen und Streiks kommt.

Zeitliches aus Belgien: Brüsseler Spitzen

Wohl kein Gesetz mit Ausnahme der Straßenverkehrsordnung wird in Belgien so häufig übertreten wie das Vandervelde-Gesetz. Dieses mittlerweile vor ziemlich genau sechzig Jahren und nach seinem Initiator, dem damaligen Justizminister und Führer der belgischen Sozialisten, Emile Vandervelde, benannte Gesetz vom 29.

Abschied von Glanz und Gloria

Vor ein paar Jahren noch galt der Luxusliner mit dem stolzen Namen France als Botschafterin des französischen Savoir vivre auf den Meeren der Welt.

Börsen-Report: Spekulation

Trotz der etwas verspätet auf dem deutschen Aktienmarkt eingekehrten Sommerflaute geht es bei einigen Papieren recht munter zu.

ZEIT spart Geld

Im „Gespräch am Bankschalter“ Nr. 33 wurde auf die Möglichkeit des Erwerbs von Sparbriefen mit einer Laufzeit von neun Jahren hingewiesen, bei denen Renditen von 8,25 bis 8,50 Prozent erzielbar waren.

Firmen und Fakten

Die zur Wehrhahn-Gruppe gehörende ABC-Privat - und Wirtschaftsbank GmbH, Köln, Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Banken, sieht sich durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln gegen einen rheinischen Notar, mit dem die ABC-Bank im Kundenauftrag zusammengearbeitet hat, nicht vor außergewöhnlichen Verlusten.

ZEITRAFFER

Von der großen Bedeutung, die der kommenden Lohnrunde zukommt, sprechen immer mehr Wirtschaftsexperten. Nach dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung weist jetzt auch das Münchner ifo-Institut darauf hin, daß durch Lohnerhöhungen, die einen Ölzuschlag enthalten, der ölpreisbedingte inflationäre Impuls in alle Wirtschaftsbereiche hineingetragen werde.

Der Wärmeklau geht um

Schlich: Der Deutsche Mieterbund hat nichts gegen Energiesparen. Im Gegenteil, wir fordern die Mieter immer wieder zur Sparsamkeit auf.

MANAGER UND MÄRKTE

Im zukunftsträchtigen Video-Geschäft wird mit harten Bandagen gekämpft. Ein neues Beispiel dafür lieferte jetzt, der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF.

Chrysler darf nicht sterben

Durst nach Rache – das ist kein Begriff, der in Geschäftsberichten von Konzernen auftaucht. Und doch stellt dieser menschliche, allzu menschliche Beweggrund einen gewichtigen – wenn auch nicht ausgewiesenen – Posten in der Bilanz des amerikanischen Chrysler-Konzerns dar, eine stille Reserve sozusagen, oder unverbuchte Verbindlichkeiten, je nachdem.

Unzucht im Fernsehen?: Du liebes Österreich

Die wilde Lady des Punk-Rock, Nina Hagen, stotterte in Wien nicht. In der Sendung des Club 2 vom ORF am 9. August machte sie vielmehr vor, was sie sich unter partnerlosem Glück vorstellt.

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