Bulgarien setzt bei seinen Bemühungen um Touristen aus Westeuropa nicht mehr allein auf seine Schwarzmeerstrände. Große Hoffnungen ruhen auch auf seinen medizinischen Badeorten. In diesen Zweig der Tourismuswirtschaft will die bulgarische Regierung im Laufe der nächsten beiden Fünfjahrespläne erhebliche Mittel investieren.

In zwei Etappen soll der Ausbau der Kureinrichtungen in der Volksrepublik vor sich gehen: Zuerst sind die Küstenregionen im Programm, später kommen die Kurorte im Landesinnern an die Reihe. Bis zum Beginn des neuen Planungsabschnitts 1980 sollen die bereits vorhandenen Einrichtungen modernisiert und ausgebaut werden. Zwischen 1980 und 1990 sind dann neue Badeeinrichtungen vorgesehen.

Die Entscheidung, der Küstenregion die Priorität zu geben, hat zwei Gründe: Einmal werden dort die natürlichen Kurmittel, Heilschlamm und mineralhaltige Quellen, durch das Seeklima ergänzt. Zum anderen sind in den Sommerbädern schon die Hotelanlagen und touristische Infrastruktur vorhanden.

In den drei Seebädern Slatni Pjassazi, Drushba und Pomorie werden die Zentren für den Kurtourismus liegen; mehrere Hotelanlagen sollen entsprechend ausgestattet werden. Dort werden, so der heutige Planungsstand, zwei verschiedene medizinische Dienstleistungen entwickelt: Heilbehandlungen für bestimmte Krankheiten, die während des ganzen Jahres angeboten werden, und Vorbeugeprogramme, die man nur während der Hauptsaison nutzen kann. Das erste Ziel ist für 1985 gesetzt, dann werden die drei Schwarzmeerorte 3280 Betten für Kurgäste haben.

Im Inland sollen, vorwiegend durch Modernisierung vorhandener Hotels, innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre gut 1300 Kurgastbetten zur Verfügung stehen. Bis 1985 kann sich die Zahl um weitere 1200 Betten erhöhen. Hissar wird der größte Kurort im Landesinneren werden, weitere Zentren sind in Dewin, Sandanski und Owtscha Kupel unweit der Landeshauptstadt Sofia vorgesehen. Nach einem weiteren Planungsabschnitt sollen Welingrad und Saparewa Banja ebenfalls jeweils tausend Kurgäste aufnehmen können.

Unterm Strich summieren sich die neuen Betten zu einer fünfstelligen Ziffer: 10 000 sollen es 1990 sein.