Im zukunftsträchtigen Video-Geschäft wird mit harten Bandagen gekämpft. Ein neues Beispiel dafür lieferte jetzt, der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF. Nur wenige Tage vor der in dieser Woche beginnenden Berliner Funkausstellung kündigte BASF einen vor zwei Jahren mit der Bosch -Tochter Blaupunkt vereinbarten Lizenzvertrag. Darin ging es um die Nutzung des von BASF in den Vereinigten Staaten entwickelten Video-Aufzeichnungssystems LVR.

LVR soll, so hofft man in Ludwigshafen, schon im nächsten Jahr auf den Markt kommen und Philips/Grundig sowie den japanischen Geräten nach den Systemen VHS und Betamax Paroli bieten.

„Weil BASF sich von Blaupunkt in Berlin nicht die Show stehlen lassen wollte“ (so ein Beteiligter), zwangen die Chemie-Manager Blaupunkt außerdem, ein nach LVR-Prinzip arbeitendes miniaturisiertes Video-Gerät namens „Mini-Maz“ zurückzuziehen und nicht auf der Funkausstellung zu zeigen.

Betroffen von dem BASF-Rundschlag ist auch das Bonner Ministerium für Forschung und Technologie, das Blaupunkts Video-Winzling mitfinanzierte. Einen schon früher gestellten Antrag auf staatliche Förderung der BASF für seine LVR-Entwicklung dagegen hatte Forschungsminister Volker Hauff abschlägig beschieden.

Ein dickes Kompliment machte Ruhrkohle -Chef Karlheinz Bund seinen ungarischen Bergbaukollegen: Wenn auf der Zeche Hansa in Dortmund alles so gut liefe wie die in Ungarn entwickelten Aggregate, dann stünde es besser um diese Schachtanlage.

Hansa ist die erste „Hydro-Grube“ an der Ruhr. Die Kohle wird dort nicht, wie sonst üblich, mechanisch aus dem Gestein herausgebrochen, sondern mit einer Art von Wasserwerfern herausgeschossen. Für den Transport ans Tageslicht wird die Kohle mit Wasser gemischt und hochgepumpt. Diese „Förderpumpe“ ist die von Bund hochgelobte ungarische Entwicklung.