Wenn sich in Bonn eine Legislaturperiode ihrem Ende zuneigt, kommt mit Sicherheit das Thema der überbetrieblichen Vermögensbildung der Arbeitnehmer auf den Tisch, wohlwissend, daß Entscheidungen in der dem Parlament verbleibenden Zeit nicht mehr getroffen werden können.

So läuft es auch diesmal wieder. Staatssekretär Rolf Böhme vom Bundesfinanzministerium griff dieser Tage prompt diese komplizierte Materie auf und befürwortete die Bildung sogenannter Tarifparteien. In diese Fonds sollen die Unternehmer Anteile ihrer Firmen einbringen, also sogenannte Produktivvermögen.

Das klingt einfach, ist aber in der Praxis nur mit einem ungeheuren bürokratischen Aufwand durchführbar, denn der Teufel steckt hier wirklich im Detail. Wem die Bildung von Produktivvermögen bei Arbeitnehmern wirklich am Herzen liegt, sollte doch Spezialfonds schaffen, die nach dem Gesetz über Kapitalanlage-Gesellschaften zu verwalten sind. Sie würden allerdings nur den Interessen der Arbeitnehmer dienen können und die Verfolgung machtpolitischer Nebenziele von vornherein ausschließen. K.W.