Trotz der etwas verspätet auf dem deutschen Aktienmarkt eingekehrten Sommerflaute geht es bei einigen Papieren recht munter zu. Die Bezieher der sogenannten Informationsdienste sind für Kaufempfehlungen zugänglich, wenn sie nur kurzfristig Kursgewinne versprechen. Für Renditerechnungen läßt sich der spekulativ eingestellte Teil der Kundschaft nicht erwärmen. Das ist auch der Grund dafür, warum der BASF-Zwischenbericht an den Kursen der Großchemie-Aktien spurlos vorüberging, obwohl das Halbjahresergebnis der BASF alle bisherigen Rekorde gebrochen hat.

Im Binnenland hat man die Liebe zur Schifffahrt und zu den Schiffbauern entdeckt. Hapag/Lloyd-Aktien erreichten in dieser Woche Spitzenumsätze. Ihr Kurs ist ziemlich rasch um 10 Prozent auf 90 DM geklettert. Er wäre sicherlich nach oben ausgebrochen, wenn nicht einer der Großaktionäre den Markt reichlich versorgt hätte. Hintergrund der Käufe: bessere Frachtraten und der Einsatz der bisher in der Geltinger Bucht festgelegenen Großtanker.

Kräftige Kurssteigerungen gab es in den letzten Wochen auch bei den Werft-Aktien. Für die Börsianer ist die Schiffbau-Krise im Schwinden. Tatsächlich hat sich die Auftragslage der deutschen Schiffbauunternehmen dank des staatlichen Hilfsprogramms gebessert. Ob das bis zu den Erträgen durchschlägt, ist keineswegs sicher; denn mancher Neubauauftrag wurde zu Preisen hereingenommen, die nicht einmal die Selbstkosten decken. Aber das sind Sorgen von morgen. Wer Aktien des Bremer Vulkans zu 99 gekauft und sie jetzt zu über 130 DM verkauft hat, wird sich kaum noch für den nächsten Abschluß interessieren. K. W.