Von der großen Bedeutung, die der kommenden Lohnrunde zukommt, sprechen immer mehr Wirtschaftsexperten. Nach dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung weist jetzt auch das Münchner ifo-Institut darauf hin, daß durch Lohnerhöhungen, die einen Ölzuschlag enthalten, der ölpreisbedingte inflationäre Impuls in alle Wirtschaftsbereiche hineingetragen werde. Wie auch immer die Tarifverhandlungen ausgehen sollten, nach Ansicht der Forscher sind harte Bremsmanöver der Geldpolitik in jedem Falle fehl am Platz.

Ein Lob von Bundesbildungsminister Jürgen Schmude bekam die deutsche Wirtschaft in diesen Tagen zu hören. Nach den neuesten Daten hat die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen nämlich auch in diesem Jahr noch einmal zugenommen. Bis Ende Juli waren 426 000 Ausbildungsplätze bei den Arbeitsämtern gemeldet, siebzehn Prozent mehr als im letzten Jahr. Unbesetzt waren davon 62 000 Stellen. Beworben hatten sich bis zu diesem Termin insgesamt 453 000 Jugendliche, 87 000 waren Ende Juli noch ohne Ausbildungsplatz. Schmude forderte die Unternehmen auf, „eine letzte große Anstrengung“ zu unternehmen, um in diesem Jahr genügend Lehrstellen zur Verfügung zu stellen. Es gehe jetzt um den Endspurt in der Berufsausbildung.

Mit einem neuen Ausbildungsrekord rechnet der Zentralverband des Deutschen Handwerks für 1979. Alles deute darauf hin, so berichtete der Verband, daß das Handwerk erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 620 000 Lehrlinge – bezogen auf alle drei Lehrjahre – ausbilden werde. 1978 hatte das Handwerk in der Bundesrepublik rund vierzig Prozent aller Lehrlinge in der Bundesrepublik ausgebildet.

Die Zahl der Beschäftigten in der Bundesrepublik ist weiter gestiegen. Wie die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg mitteilte, waren Ende 1978 rund 20 350 000 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, gut 400 000 oder zwei Prozent mehr als 1977. Der Zuwachs ist – so die Nürnberger Behörde – absolut und relativ der höchste seit Beginn der Wiederbelebung auf dem Arbeitsmarkt.

Gefährlicher als das Arbeiten am Fließband ist offenbar die Tätigkeit im Haushalt und in der Freizeit. Während in der gewerblichen Wirtschaft jährlich rund 4500 Menschen sterben, kommen in Küche und Keller zehn bis zwölftausend ums Leben. Hausfrauen, Bastler und Sportfans forderte der Präsident der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Unfallforschung Hagenkötter, deshalb auf, stärker auf ihre Sicherheit zu achten.