Affäre im Dienst Dieter Blötz, seit 1970 Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes in Pullach, ist das Opfer amtsinterner Nachstellungen geworden. Angehörige des Dienstes spielten einer Münchner Anwaltskanzlei die Information zu, der BND-Vize habe „etwas über zwei Jahre lang ein ehebrecherisches Verhältnis mit seiner Sekretärin“ unterhalten und gleichwohl daran mitgewirkt, daß deren Ehemann, ein Hauptmann der Bundeswehr, in Pullach beschäftigt wurde.

Der Hamburger Sozialdemokrat Blötz war in der einstigen Gehlen-Organisation stets ein Außenseiter. Als er sein Amt antrat, hatte er – zuvor Geschäftsführer seiner Partei in der Hansestadt – keinerlei nachrichtendienstliche Erfahrung. Er galt als sozialdemokratischer „Aufpasser“ in der von ihrem Gründer Gehlen streng konservativ eingeschworenen Behörde. Allzu viele warteten lange darauf, ihm etwas am Zeug flicken zu können. Nun hat er es seinen Gegnern allzu leicht gemacht, ihn zu stürzen: Beim Geheimdienst reicht auch heute noch eine Liebesaffäre allemal aus, Leute aus dem Verkehr zu ziehen, die einen Klarnamen und nicht nur einen Decknamen haben.

Wahlen auf bayerisch

In Bayern hat es mit Wahlen eine besondere Bewandtnis. Weil die Christsozialen seit zwei Jahrzehnten die meisten Gemeinderäte zu Erbhöfen erklärt haben, können sich anscheinend einzelne Ortsmonarchen ihr Leben ohne Amt und Würden gar nicht mehr vorstellen. Verändert sich wider Erwarten doch noch Volkes Stimme, verfallen sie auch schon mal auf befremdliche Abhilfe. Sie schicken ihre Kandidaten mit den Briefwahlunterlagen von Haus zu Haus und lassen sie gelegentlich zeigen, wo das Kreuzchen hingehört. Und im schlimmsten Fall kann der Ortsvorsitzende bei der Stimmauszählung noch ein wenig nachhelfen. Außergewöhnlich immerhin, daß es entdeckt wird. Wie letzthin im oberpfälzischen Vilseck. Die Wahl muß nun doch wiederholt werden, und der dortige CSU-Vorsitzende darf sie durch ein Bußgeld von 9000 Mark auch noch finanzieren: Tätige Reue sozusagen.

Lämmer im Lichte der Partei

Aus der deutschsprachigen Zeitung Freundschaft, dem Blatt der deutschstämmigen Bürger in der Sowjetrepublik Kasachstan: „Die Arbeiter der Herdbuchwirtschaft Sulukol haben den Beschluß des ZK und des Ministerrats der UdSSR über Maßnahmen zur Entwicklung der Schafzucht in der Kasachischen SSR sachlich aufgenommen. Darüber, was für Reserven die Wirtschaft nutzen will, um das Vorgemerkte zu erreichen, berichtete der Direktor der Herdbuch wirtschaft W. J. Turtschenko: ‚Bei uns haben die Schäfer in diesem Jahr 110 Lämmer von je 100 Mutterschafen erzielt und etwa 5,7 Kilogramm Wolle je Schaf geschoren. Im Lichte der Aufgaben, die die Partei und Regierung den Schafzüchtern der Republik stellte, müssen diese Leistungen verbessert werden.‘“