Auf der Hauptversammlung der Henninger-Bräu KG aA in Frankfurt wurde der bisherige persönlich haftende Gesellschafter, Generalkonsul Bruno H. Schubert, mit Vorwürfen überhäuft.

Kurt Fiebich, erfahrener Hauptversammlungsredner, verübelte dem nach 35 Jahren bei Henninger ausscheidenden Geschäftsinhaber der Brauerei, daß er seine bislang mit zehn Prozent zu verzinsende Einlage in eine Wandelanleihe zu 6,75 Prozent umgewandelt erhalten soll, während die übrigen Aktionäre auch weiterhin vergeblich auf eine Dividende bei Henninger (Großaktionär: Reemtsma) warten müssen. Schubert, inzwischen Ehrenvorsitzender desHenninger-Aufsichtsrates, wurde von den Kleinaktionären Mismanagement vorgeworfen, während Aufsichtsratsvorsitzender Premauer (Bayerische Vereinsbank) ihn als „außerordentlich fleißigen Mann“ charakterisierte. Nach der Kapitalbereinigung kann Henninger voll in den Verbund der Reemtsma-Brauereien einbezogen werden. Damit sind die Voraussetzungen für eine nachhaltige Besserung bei dem Unternehmen geschaffen.

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Wieder hoher Gewinnvortrag bei der Agrippina Versicherung AG.

Auch 1978 hat das Unternehmen, das zu 99 Prozent im Besitz der „Zürich“ Versicherungs-Gesellschaft (Schweiz) ist, die Politik hoher Gewinnvorträge fortgesetzt. Dies, so sagt der Vorstand, erlaubt, die Entscheidung über die endgültige Verwendung des Gewinns „auch unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen steuerlichen Entwicklung“ und der Entwicklung des Kapitalbedarfes der Gesellschaft im nächsten Jahr beziehungsweise in den Folgejahren zu treffen. Offenbar macht sich der Schweizer Großaktionär Hoffnungen auf eine Reform des deutsch-schweizerischen Doppelbesteuerungsabkommens, die die Nachteile, die Ausländer durch die Körperschaftsteuer-Reform erleiden, aufheben würde. Für 1979 erwartet die Agrippina wieder ein „rundum zufriedenstellendes Ergebnis“. Zur Schadenentwicklung Vorstandschef Wilhelm Fritz: „Größtschäden wie der Brand eines Kaufhauses in Wien, der Schaden der Bremer Rolandsmühle und der Betriebsunfall des amerikanischen Kernreaktors in Harrisburg/USA sind weder für die Assekuranz noch für die Agrippina eine Katastrophe.“

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