Die Jungsozialisten halten sich nicht an die wahltaktische Zurückhaltung der SPD: Sie richten heftige Breitseiten gegen Strauß und Genscher.

Ein Wahlsieg der CDU/CSU unter Strauß würde die „Bundesrepublik in einen autoritären Polizeistaat verwandeln“, erklärte Juso-Vorsitzender Gerhard Schröder. In einem Interview mit der SPD-Wochenzeitung Vorwärts vertrat er die Auffassung, die CDU habe sich unter dem Druck, der CSU programmatisch „in eine reaktionäre Partei mit fließenden Übergängen zum organisierten Rechtsradikalismus verwandelt“. Der vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Albrecht repräsentierte Teil der Union, so Schröder, sei in allen inhaltlichen Fragen mit, Strauß einig: Menschenverächter Albrecht ist in keiner Hinsicht liberal.“

Bei einer Juso-Konferenz in Köln-Porz attackierte Schröder auch den Koalitionspartner und Außenminister Hans-Dietrich Genscher. „Unter dem Einfluß konservativer Kräfte im Auswärtigen Amt, darunter auch Genschers“, verkomme die Entspannungspolitik zu einer bloßen Sicherheitspolitik.

Die Kritik an Genscher, so FDP-Sprecher Josef Gerwald, verrate ein gefährliches, von Illusionen bestimmtes Denken des Juso-Vorsitzenden. Der Bundesaußenminister sei „ein Garant dafür, daß die Sicherheit unseres Landes durch Illusionsapostel à la Schröder nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt“ werde. Es gelte, den Anfängen zu wehren.