Heidelberg: „Fritz Wotruba“

Das Werk des 1975 verstorbenen österreichischen Bildhauers reflektiert auf den ersten Blick keineswegs Positionen und Probleme, die in der gegenwärtigen Situation der Plastik von Wichtigkeit wären. Wotruba war Steinbildhauer, die Frage nach einem anderen Material stellte sich für ihn gar nicht erst, und sein Thema war der Mensch. Und hier bereits zeigt sich, daß der klassischen Traditionen verpflichtete Künstler durchaus mitten in seiner Zeit stand: Seine Stelen von Stehenden und die zerklüfteten Formen seiner Liegenden verweisen auf die Bedrohung des Individuums und seinen Rückzug auf sich selbst. Mitten ins Zentrum der aktuellen Diskussion führen aber seine Überlegungen zum Verhältnis der Figur zu ihrem Umraum – seine Figuren sind tektonisch definiert, Zeichen im Raum. Aus den Formen, mit denen er seine Figuren gestaltete, entwickelte er architektonische Gebilde, zunächst in Bühnenbildern verwirklicht und schließlich reale Architektur: Seine Kirche auf dem Georgenberg in Wien ist – so hat Werner Hofmann sie richtig bezeichnet – „gebaute Skulptur“. (Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses, bis zum 9. September, Katalog 25 Mark.) Helmut Schneider

Wichtige Ausstellungen

Berlin: „Peter Campus“ (neuer Berliner Kunstverein bis 8. September, Katalog 10 Mark)

Bonn: „Kunst heute in der Deutschen Demokratischen Republik – Sammlung Ludwig, Aachen“. (Städtisches Kunstmuseum bis 5. September, Katalog 15 Mark)

Bonn: „Text, Foto, Geschichten-Story Art/Narrative Art“ (Bonner Kunstverein bis 30. September, Katalog 18 Mark)

Darmstadt: „Die Düsseldorfer Malerschule“ (Mathildenhöhe bis 9. September, Katalog 30 Mark)