Die Grundig AG überprüft gegenwärtig, ob sie gegen das Manager Magazin wegen „grober Unrichtigkeiten und Verdrehungen des tatsächlichen Sachverhalts“ in einer Mismanagementsgeschichte juristisch vorgehen soll. Grundig-Vorstand Hans-Heinrich Firnges teilte in Berlin auf der Funkausstellung (ohne das Magazin beim Namen zu nennen) mit, daß man angesichts der „Bedeutung des Falles“ den „führenden Presserechtler der Bundesrepublik“, den Stuttgarter Rechtsanwalt Professor Martin Löffler, beauftragt habe, „unsere Interessen wahrzunehmen und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten“.

Löffler genießt als Presserechtler hohes Ansehen, war vor Gericht aber keineswegs immer erfolgreich: So mußte er eine Schlappe einstecken, als er vor einigen Jahren im Auftrag des Frankfurter Unternehmers Willy Kaus (Metzeler) wegen einer kritischen Glosse in der WELT eine Feststellungsklage auf Schadensersatz anstrengte. Löffler verlor in allen Instanzen.

Vielleicht kann Löffler bei der von Max Grundig initiierten Auseinandersetzung von persönlichen Kontakten profitieren. Denn im Juni 1973 hat Löffler im Manager Magazin unter der Überschrift „Florettkampf gegen Redakteure“ über die „praktischen Möglichkeiten, Artikel richtigzustellen“ geschrieben.

Manager Magazin-Chefredakteur Leo Brawand jedenfalls trägt’s mit Fassung: „Wir haben schon Kaffee gekocht und freuen uns auf das Gespräch mit Löffler.“

„Muß das denn sein?“, fragt Emma in der September-Ausgabe ihre Leserinnen. Es muß lautet gleich auch die Antwort. Die „Zeitschrift für Frauen von Frauen“ (mit einem Mann auf dem Titelbild – „zum allerersten Mal“) wurde um 50 Pfennig teurer und kostet nun 3,50 Mark. Daß das nicht ausreichen wird, betont Emma auch noch. Denn: „Wir sind in den roten Zahlen.“ Und so startet das Monatsblatt (Herausgeberin: Frauenrechtlerin Alice Schwarzer) etwas, was bei Großverlagen zum täglichen Brot gehört: eine Leserbefragung.

Emmas emanzipierte Leserinnen sollen auf 100 Fragen zu Leben, Beruf, Männern, Kindern, Frauen und Einkommen antworten. Auch auf die Frage, und das ist der wahre Hintergrund, welche Anzeigen sie in Emma akzeptieren können, vorausgesetzt, die Gestaltung ist nicht frauenfeindlich“.