Von Felix Schmidt

Was hat Sie bewogen, einen Chor mitmehr als 1000 Sängern zu gründen?

Fischer: Als ich 1945 aus dem Krieg nach Hause kam und die Sporthochschule in Köln nicht gleich besuchen konnte, weil sie noch geschlossen war... Sie schauen mich so an, ja ich wollte Sportlehrer werden..., wurde ich in meinem Heimatdorf Deizisau bei Plochingen vom Gesangverein gebeten, ein paar Lieder einzustudieren, weil ich ein bißchen Klavierspielen konnte. Das hat sich in den Nachbarortschaften herumgesprochen: „Dort ist ein neuer Dirigent.“ Unversehens war ich innerhalb von vier Wochen Leiter von sechs Chören.

Und diese sechs Chöre haben Sie dann...

Fischer: ... Ja, ich habe mir gesagt, 800 Sänger zusammen auftreten zu lassen, ist etwas Gigantisches, man kann richtig große Werke aufführen. Und so habe ich es eben getan, 1948 zum erstenmal. Das ist die eigentliche Geburtsstunde der Fischer-Chöre. Ich habe rasch bemerkt, daß man mit einem solchen Mammutchor einen Sound erzielt, der einen Profichor an Tiefe übertrifft.

Nicht aber an Präzision...