Abschied von „Siemens Western“

Die amtliche Notiz für den Optionsschein der Siemens-Western Finance N. V. ist eingestellt worden. Bis zum 31. August wird dieses Papier noch im sogenannten Freiverkehr gehandelt. Danach ist es praktisch wertlos. Bis zum 31. August haben die Besitzer dieses Papiers die Möglichkeit, je Optionsschein 12 Siemens-Aktien zum Kurs von 219,50 Mark zu beziehen, während Siemens-Aktien an der Börse zum Kurs von ca. 258 Mark gehandelt werden. Am letzten amtlichen Notierungstag hatte der Optionsschein einen Wert von 448,50 Mark.

Um Verluste zu vermeiden, müssen die Besitzer der Optionsscheine rasch disponieren. In der Regel sind sie auf den Verfall dieser Papiere von den Kreditinstituten aufmerksam gemacht worden. Einige Banken werden, falls ihre Kunden keinerlei Weisung erteilt haben, das Optionsrecht auf Rechnung des Kunden ausüben und die Siemens-Aktien beziehen. Danach würden die Papiere wieder veräußert und der Gegenwert dem Kunden gutgeschrieben werden. Eine rechtliche Verpflichtung für diese Handlungsweise besteht allerdings nicht.

Neue Aktie für die Börse

Am 19. September wird ein Bankenkonsortium unter Führung der Westdeutschen Landesbank eine neue Aktie präsentieren. Es handelt sich um die Papiere der Mauser Waldeck AG, Produzent für Stahlmöbel, Büro- und Lagerausstattungen sowie Sicherheitseinrichtungen, nicht zu verwechseln mit den Mauser-Werken in Oberndorf, engagiert in der Wehrtechnik. Von dem zehn Millionen Mark betragenden Aktienkapital, bisher voll im Besitz der Familiengesellschaft Mauser KG, Brühl/Rheinland, sollen 7,5 Millionen Mark zur Zeichnung angeboten werden. Und zwar zum Preis von 165 Mark je 50-Mark-Aktie. Für das Geschäftsjahr 1977/78 (30. 9.) war bei einem Umsatz von 97,8 Millionen ein Jahresüberschuß von 4,2 Millionen erzielt worden. Um so mehr überrascht es, daß sich die bisherigen Inhaber von drei Vierteln des Grundkapitals trennen wollen.

„Neue Heimat“ verzichtet

Der Bundesgerichtshof hat festgestellt, daß eine Bezugnahme auf Baubeschreibung, Baupläne und andere Unterlagen In notariellen Kaufverträgen nicht zulässig ist, falls diese Unterlagen nicht gleichzeitig beurkundet werden. Durch diese überraschende Rechtsprechung sind zahlreiche in der Vergangenheit geschlossene Kaufverträge für Eigentumsobjekte nichtig geworden. Die gewerkschaftseigene Unternehmensgruppe „Neue Heimat“ hat dazu offiziell erklärt, daß sie sich nicht auf die Nichtigkeit von Kaufverträgen berufen wird, sondern sich entsprechend den beiderseits ursprünglich gewollten und ausgehandelten Verträgen verhält (siehe auch Seite 23).