Der Reichstagsbrand von 1933, ursprünglich ein Symbol der Nazidiktatur, ist zum Gegenstand haßerfüllter Kontroversen unter den Historikern geworden. Angeheizt wird der Streit seit zehn Jahren von dem mysteriösen Generalsekretär eines „Luxemburger Komitees“. Sein Name: Edouard Calic. Er inszeniert eine Forschungsposse mit erstklassiger Besetzung: Politiker, Professoren und Publizisten spielen mit – ob sie wollen oder nicht. Niemand weiß, was den Mann bewegt: Fanatismus, Geltungsdrang, politische Überzeugung?

Calic verwirrt die Öffentlichkeit mit fabelhaften Geschichten. Fälschungen und Intrigen drohen den guten Ruf der deutschen Geschichtsforschung zu ruinieren. In das Gewirr von Desinformation wird die ZEIT in dieser und den nächsten Folgen eine Schneise schlagen

Kabalen um den Reichstagsbrand

Eine unvermeidliche Enthüllung Teil I einer ZEIT-Serie

Von Karl-Heinz Janßen

Kein Ereignis des Dritten Reiches hat die Phantasie der Deutschen – zumal der Zeitgenossen – über die Jahrzehnte hinweg so beschäftigt wie der Reichstagsbrand am Abend des 27. Februar 1933.