Der Erasmus-Preis ist einer der angesehensten Preise Europas. Er wird vergeben von der Stiftung Praemium Erasmianum, die im Jahre 1958 auf Initiative des Prinzen der Niederlande gegründet wurde. Die Stiftung verleiht ihn alljährlich an Personen oder Institutionen, die sich auf besondere Weise um die europäische Kultur verdient gemacht haben.

Regent der Stiftung ist Prinz Bernhard; ihrem Vorstand gehören prominente niederländische Wissenschaftler, Gelehrte und Unternehmer an.

Der erste Preis wurde – drei Jahre nach dem Staatsvertrag – dem österreichischen Volk zuerkannt. Weitere Preisträger waren: Robert Schuman und Karl Jaspers (1959), Marc Chagall und Oskar Kokoschka (1960), Romano Guardini (1962) und Martin Buber (1963), Charles Chaplin und Ingmar Bergman (1965), die Historiker Rene Huyghe und Herbert Read (1966), der Nationalökonom Jan Tinbergen (1967, der Bildhauer Henry Moore (1968), die Philosophen Gabriel Marcel und Carl Friedrich von Weizsäcker (1969).

Zu den Preisträgern der siebziger Jahre zählen der Architekt Hans Scharoun, der Antropologe Claude Levi-Strauss, vom Ballett Ninette de Valois und Maurice Béjart, Amnesty International, der Historiker Werner Kaegi und Jean Monet, der Europäer der ersten Stunde. Im vorigen Jahr wurden das Marionettentheater Tandarica und das Bread and Puppet Theater ausgezeichnet.

Der Erasmus-Preis 1979 ist dem Journalismus gewidmet. Er wurde gemeinsam an die Neue Zürcher Zeitung und an DIE ZEIT verliehen. Im Verleihungsbeschluß des Stiftungsvorstandes heißt es:

Die „Neue Zürcher Zeitung“ erhält den Preis, weil sie seit zwei Jahrhunderten durch ihre unabhängige Haltung und ihr hohes journalistisches Niveau ein leuchtendes Vorbild für die öffentliche Meinungsbildung in Europa ist.

DIE ZEIT wird ausgezeichnet, weil es dieser qualitativ hochstehenden Wochenzeitung gelungen ist, als politisches und kulturelles Forum für eine Vielfalt von Meinungen zum Aufbau einer demokratisch-humanen Geisteshaltung im Deutschland der Nachkriegszeit beizutragen.