In mir schläft der Dichter der Wolken und Wogen!

An der Brust des Sturms seine dunklen Lippen

immer die Seele mit dem Pulsschlag des Meers

zu Füßen der Berge!

Eichen entwurzelt und thrazischer Nordwind.

Kleine Boote an der Windung des Kaps,

die kentern und sinken.

Auf Wolken wieder tauchen sie auf

im Jenseits der Tiefe.

Seetang an ihre Anker geheftet

Tang im Bart von betrübten Heiligen.

Nimbusstrahlen hell um ihr Haupt

lassen den Lichtkreis des Meers erzittern.

Dorthin starren hungrig die Greise.

Die Frauen tragen vor dem Kalkweiß der Inseln

wie ein Gewand ihren Schatten.

Mit ihnen auch ich, und ich rühre die Hand

Dichter der Wolken und Wogen!

In den ehrwürdigen Farbtopf tauch ich mit ihnen

den Pinsel und male:

Die neuen Kiele

die Heiligenbilder in Gold und Schwarz!

Unser Helfer und Schutz: Heiliger Kanaris!

Unser Helfer und Schutz: Heiliger Miaoulis!

Unser Helfer und Schutz: Heilige Manto!

Odysseas Elytis? Auch Kenner neugriechischer Literatur kannten den Namen des 1911 auf Kreta geborenen Lyrikers nicht, der den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Alupedelis, so sein Familien-Name nennt sich Elytis nach den griechischen Wörtern für Griechenland (Ellas), Hoffnung (elpida), Freiheit (eleftheria). Sein Hauptwerk: „To Axion Esti“ (Gepriesen sei) ist 1869 bei Claassen auf deutsch erschienen.