DIE ZEIT

Trauriger Rekord

Die Bundesrepublik hat einen Rekord aufgestellt, der nachdenklich stimmen muß: 600 Drogen-Tote im vergangenen Jahr, zwischen 50 000 und 60 000 Drogen-Süchtige nach offiziellen Angaben.

Der Sieg Indira Gandhis

In Indien hat Indira Gandhi einen überwältigenden Wahlsieg errungen. Das war möglich, weil es keine wirkliche Alternative zu ihr gab und nicht etwa deshalb, weil die Wähler ihrer schlimmen Notstandszeit nachträglich die Rechtfertigungsweihen verleihen wollten.

Ein Machtwort der Generäle

Dreimal in den letzten zwanzig Jahren meldeten sich die türkischen Generäle zu Wort. Das erste Mal henkten sie den Regierungschef, das zweite Mal schickten sie ihn nur in die Wüste.

Die Spannung muß teilbar bleiben

Die achtziger Jahre fangen elend an. Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan gefährdet vieles, was im vorangegangenen Jahrzehnt mühsam – und begrenzt genug – an Vertrauen, Kontakt und Rationalität in das Ost-West-Verhältnis eingebaut worden ist.

Worte der Woche

"Die nicht-sozialistische Mehrheit des Europaparlaments könnte im Bündnis mit einem Dreieck Thatcher-Strauß-Giscard unserem Erdteil seinen Platz in der Welt wiedergeben und so seine große Zivilisation retten.

Pakistan: Präsident auf wackligem Stuhl

Der späte Anruf hatte den General zutiefst beunruhigt. Denn da war der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika höchstpersönlich am anderen Ende der Leitung gewesen – ein nicht eben alltäglicher Gesprächspartner.

Zeitspiegel

Kurz vor dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan hat. die außenpolitische Zeitschrift der DDR, Horizont, definiert, was eine Intervention sei.

Rückfall in die 50er Jahre: Vor dem zweiten Kalten Krieg?

Während in den Schaufenstern der Warenhäuser der Minirock wieder auftaucht, haben die Politiker einen Begriff aus der Trickkiste ihrer Propaganda hervorgeholt, der vor etwa zehn Jahren mit dem "Mini" allmählich aus der Mode gekommen war: den "Kalten Krieg".

Wolf gang Ebert: Gutes Jemen, böses Jemen

Gold haben wir leider nicht zu bieten – aber ein paar Hinweise, die für Leser mit Auslandkontakten geradezu Gold wert sind, zumal unser Gewährsmann "Otto" im AA sitzt und das Ohr Genschers besitzt.

Staatsschutz: Auf fremder Leute Rücken

Wie schnell die Zeit vergeht. In diesen Tagen hat sich die "Operation Müll" schon zum vierten Mal gejährt – jener berüchtigte "Lauschangriff" des Bundesamtes für Verfassungsschutz auf das Haus des Diplom-Ingenieurs Klaus Traube, von dem die Lauscher wähnten, er könne womöglich Atomgeheimnisse an Terroristen verraten.

Rhodesien: Waffen nieder?

Nach Angaben eines Sprechers der "Front" halten sich aber noch immer mindestens 3000 Guerrilleros im Busch versteckt. Um auch sie zur Einhaltung der Waffenstillstandsbedingungen zu bewegen, richteten erstmals auch Führer der "Patriotischen Front" Rundfunkappelle an die mißtrauischen Kameraden, den Marsch in die Lager anzutreten.

Türkei: Das Militär droht

Einer der Hintergründe der kaum verhüllten Putschdrohung der Militärs sind die seit einiger Zeit wieder verstärkten Terroraktionen aus dem rechten, aber auch linken Lager.

Indien: Wahlsieg für Indira Gandhi

Dieser Erdrutsch-Sieg ist Indira Gandhi keineswegs in den Schoß gefallen. Seit ihrer Wahlniederlage vor 33 Monaten hatte sie konsequent daran gearbeitet, die mit einer Dreifünftel-Mehrheit regierende Janata-Partei scheitern zu lassen.

Nahost: Steiler Gipfel

Größer, doch nicht unüberwindlich waren indessen die Gegensätze im Bereich der israelisch-ägyptischen Normalisierung, die nach dem Rückzug der Israelis im Sinai auf die Linie El Arish–Ras Mohammed am 25.

Öffentliche Verkehrsmittel: Chaos zu horrenden Preisen

War das wieder ein schöner erster Arbeitstag im neuen Jahr. Die Autos standen tiefverschneit am Straßenrand, die Chaussee blieb glatt, vom Himmel rieselten dicke, nasse Flocken, und der Bayerische Rundfunk warnte vor einem Verkehrschaos in der Innenstadt.

Nürnberg-Krakau: Die ewig Gestrigen

Auf "Wandel durch Annäherung" hoffte Willy Brandt, als er im Spätherbst 1970 zur Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrages nach Warschau reiste.

Fernseh-Zeit: Wählt noch einmal!

Die Auseinandersetzung um den neu gewählten Fernsehdirektor von Radio Bremen, Hans-Werner Conrad, hält an. In der letzten Woche schrieb Telebiss, die Wahl Conrads sei zu Unrecht erfolgt, weil der Rundfunkrat nicht ordnungsgemäß zusammengesetzt sei.

Im Dienst des Diktators

Aus der New York Times vom 31. Oktober 1921: "Drei Jahre nach dem Waffenstillstand wurde die berüchtigte Anlage von Cppau durch die Explosion eines geheimnisvollen Stoffes in Stücke gerissen; 3000 Menschen sind tot, verwundet oder vermißt.

Röchling-Familie: Bestecke und Kanonen

Carl war der erste, Hermann der größte und Richard ist der vorerst letzte, der den Clan anführt. Die Rede ist von den Röchlings, jener Industriellenfamilie, die sich in ihren Glanzzeiten mit den Stumms die wirtschaftliche Macht an der Saar teilte.

Schelte vom Vorsitzenden

Nach § 116 in Verbindung mit § 93 AktG sowie § 17 Abs. I der Satzung von AEG-TELEFUNKEN haben alle Mitglieder des Aufsichtsrats über vertrauliche Angaben und Geheimnisse der Gesellschaft, die ihnen durch ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat bekannt werden, Stillschweigen zu bewahren.

Kursbarometer: Mit der Krise leben

In einer Zeit, in der das Gold als "Sachwert" in den Mittelpunkt vieler Anlageerwägungen gerückt ist, in der die Rohstoffspekulation blüht, in der die Furcht vor kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West wächst und in der die Anlagepolitik in vielen Ländern durch Versuche der Inflationsbekämpfung überschattet wird, finden "fundamentale" Daten – dazu zählen auch Gewinnerwartungen und Angaben über das Kurs/Gewinn-Verhältnis – naturgemäß wenig Beachtung.

KHD will für Lastwagen nur noch die Motoren liefern: Der Verkäufer

Ob Büssing, Hanomag, Henschel oder Krupp – sie alle ließen Federn, als sie sich aus dem Lkw-Geschäft verabschiedeten. Nicht so die zum Klöckner-Konzern gehörende Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD) in Köln, die bis Ende 1974 unter der Marke Magirus-Deutz eine eigenständige Lkw- und Omnibus-Fertigung in den Werken Ulm und Mainz betrieb.

Nutzfahrzeuge: Kampf der dicken Brummer

Der frühere Daimler-Benz-Chef Joachim Zahn hat es schon immer gewußt: "Schreiben Sie Fiat", pflegte er seine Mitarbeiter anzuherrschen, wenn in internen Papieren irgendwo der Name des Konkurrenten Magirus-Deutz auftauchte.

MANAGER UND MÄRKTE

Zugeknöpft geben sich die deutschen Ölkonzerne, wenn sie nach Preiserhöhungen gefragt werden. Nach der jüngsten Opec-Runde in Caracas und den damit gestiegenen Rohölpreisen wären sie eigentlich bald fällig.

Sicher erst 1983

Quartier: Nein, davon könnte man erst sprechen, wenn etwa 2,5 bis 3 Monatsausgaben als Rücklage vorhanden sind. Die absehbare Entwicklung läßt allerdings erkennen, daß wir 1981 etwa 2,3 Monatsausgaben, 1982 dann 2,7 und 1983 schließlich drei Monatsausgaben in Reserve haben werden.

ZEITRAFFER

Nachdem bereits im Dezember vergangenen Jahres die Tarifkommissionen der Industriegewerkschaft Metall ihre Forderungen für die kommende Lohnrunde bekanntgegeben hatten, haben nun auch andere Gewerkschaften ihre Forderungen angemeldet.

Mineralöl: Noch immer zu billig?

Die vielfältigen Sparappelle scheinen nicht viel zu bewirken: Der Mineralölverbrauch stieg auch 1979. Nach ersten Schätzungen der Esso AG wurden letztes Jahr in Deutschland 133 Millionen Tonnen verbraucht – rund 2,5 Prozent mehr als 1978.

Der Lack ist ab

Die Küchenfabrikanten traf es doppelt hart. Da hatten sie Jahr um Jahr getüftelt und vor sich hin geschreinert, um das Reich der deutschen Hausfrau mit immer raffinierteren Einbaumöbeln auszustatten.

Bammel vorm Boykott

Jimmy Carter hat zum Gegenschlag ausgeholt. Die Waffen; die der amerikanische Präsident nun gegen den sowjetischen Truppeneinmarsch nach Afghanistan mobilisiert, stammen aus dem Wirtschaftsarsenal des reichsten Landes der Erde: Getreide gegen Geschütze.

War "Buback – ein Nachruf" nur ein Studentenulk?: Mescaleros Memoiren

Als ich einmal Staatsfeind Nr. 2 ... so trügerisch könnte eine Aneinanderreihung beispielhafter Anekdoten jener wilden Zeit beginnen, die Schilderung von Jagdszenen, verbunden mit pamphletistischen Ergüssen, Abrechnungen mit dem Staat, der Linken oder mit beiden; ein bißchen innerer Monolog, ein wenig Koketterie mit der Militanz .

Zeitmosaik

Man "muß" an Freunde und Kollegen eine Karte aus dem Urlaub schicken. Wer übergangen wird, sieht darin ein ominöses Zeichen seiner niedrigen gesellschaftlichen und beruflichen Rangstellung.

Lebt Tucholsky?

Reisende, meidet Bayern" – schrieb Kurt Tucholsky 1924; da lebte er bereits in Paris, frisch verheiratet mit seiner Frau Mary.

Kunstkalender

Die plastische Produktion des Malers ist oft mit der Wendung umschrieben worden, er habe die Figur aus dem Bild treten lassen.

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