DIE ZEIT

Falsche Krebshilfe?

Landesmütter müssen Gutes tun – diesem internationalen Brauch verdankt die Deutsche Krebshilfe ihre Existenz. Deren Gründerin, die Frau des Altbundespräsidenten und ihres Zeichens Fachärztin für Röntgenologie, Mildred Scheel, hat jetzt Ärger mit ihren Berufskollegen bekommen.

Jugoslawien steht auf schwachem Bein

Die ersten Nachrufe auf den "letzten Habsburger" sind längst vergilbt. Sie wurden schon Ende der sechziger Jahre vorsorglich geschrieben, doch Tito erhob sich aus Krankheiten und Krisen und drohte "all jenen, die glaubten, daß ich ein leergeschossenes Gewehr bin".

Jimmy Carter an der Risikoschwelle

Achtzig Tage lang befinden sich die fünfzig amerikanischen Geiseln von Teheran mittlerweile in Gefangenschaft. Nicht nur Psychiater können sich vorstellen, welch äußerem Zwang, welch innere Spannung, welcher Persönlichkeitsverformung sie ausgesetzt sind.

Die Solidarität ist brüchig

Die sowjetische Invasion in Afghanistan hat in Bonn einhellige Beteuerungen der Solidarität gegenüber den Vereinigten Staaten ausgelöst – so wie es der dreißigjährigen Tradition der westdeutschen Außenpolitik gegenüber dem lebenswichtigen und absolut unverzichtbaren Verbündeten entspricht.

Worte der Woche

"Wir werden weiterhin die amerikanischen Interessen schützen und – wenn möglich – den Frieden erhalten. Selbst unter den besten Umständen aber wird der normale Handel mit der Sowjetunion nicht bald wieder aufgenommen werden.

Zeitspiegel

Der amerikanische Außenminister Cyrus Vance ist höchst beunruhigt: Nicht die Krisenherde der Welt, sondern sein eigenes Haus, das Außenministerium und dessen Stab, sind der Grund.

Frankreich: Détente über alles

Eigentlich ist der französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing kein Mann, der vor einer klaren Sprache zurückschreckt, sobald sie ihm angebracht erscheint.

UN-Vollversammlung: Amerikas neue Freunde?

Ein Mythos ist zerbrochen. Bislang galt es beinahe als ehernes Gesetz, daß die Vollversammlung der Vereinten Nationen schon auf Grund ihrer Zusammensetzung in ihrer Mehrheit anti-westlich sei.

Sowjetische Propaganda: Carters Krieg gegen "unsere Kühe"

Der Moskauer Nowosti-Kommentator Gennadij Gerassimow hat in einem ARD-Interview über Afghanistan und die Einschränkung der amerikanischen Getreidelieferungen den Ausspruch getan: "So betrachtet führt Carter Krieg gegen unsere Kühe!" Dieses Bonmot, das der Sowjetpropagandist der westlichen Bourgeoisie mit unverfrorenem Charme auftischte, ist der gallige Extrakt aus Breschnjews erster Stellungnahme zur Invasion am Hindukusch.

Neue Regierung in Neu-Delhi: Pendeln als Prinzip

Indiens neue Premierministerin Indira Gandhi kann mit sich zufrieden sein. Allein ihr, und nicht etwa ihrer Kongreß-Partei, ist die überwältigende Zweidrittelmehrheit zu verdanken, die ihr künftig erlaubt, über ein Sechstel der Menschheit fast unumschränkt zu regieren.

Naher Osten: Friede in Fesseln

Auch die Sowjets mit ihrer afghanischen Aggression haben es – wider Erwarten mancher voreiliger Optimisten – nicht möglich gemacht.

CSU-Tagung in Kreuth: "Mir san mir"

Die Weißwürste im Hotel "Überfahrt" in Rottach-Egern und der Anblick der verschneiten "Kripperl"-Landschaft am Tegernsee waren das Handfesteste, was die Journalisten diesmal von der Kreuther Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten am vergangenen Wochenende vorgesetzt bekamen.

Wolf gang Ebert: Darauf keinen Wodka

Entspannung im Eimer, klar. Wie bitte? Ich höre nicht gut, hier ist so ein Lärm. Wie stellt ihr euch das vor?... Ihr habt wohl das Röhren-Embargo vergessen .

Sperrklausel: Immer noch eine hilfreiche Hürde

Zehn Jahre lang, seit die sozial-liberale Koalition regiert, war Ruhe um das Wahlrecht in der Bundesrepublik. Der Gedanke, die FDP zugunsten eines Zweiparteien-Systems per Wahlgesetz-Änderung zu meucheln, verbot sich für die Sozialdemokraten von selbst; für die Opposition hatte er Reiz und Erfolgsaussicht verloren.

Neue Welle der Gewalt

Mit Gesetzen ist der Terrorismus in Italien nicht auszurotten – Werden die Gewalttäter von einer "ausländischen" Zentrale gesteuert?

Korsika: Bomben gehören zum Alltag

Bombenanschläge gehören auf Korsika zum Alltag. 1978 zählte man 294 Attentate, 1979 werden es kaum weniger gewesen sein. Doch Personen kamen nie zu Schaden – außer im August 1975, als Unruhen in Aleria und Bastia drei Menschenleben forderten, und jetzt in Ajaccio, wo sich ein politischer Racheakt zu Geiselnahmen, Generalstreik, Massendemonstrationen und massivem Aufmarsch der Polizei auswuchs.

Kuba: Castro muß die Krise meistern

Die am vergangenen Freitag verkündeten Umbesetzungen trafen mehr als die Hälfte der 34 Minister und Amtschefs. Sieben Minister wurden entlassen, zwei weitere erhielten neue Posten.

"Big Daddy" Meany ist tot

Von all den Würdigungen, die dem toten Gewerkschaftsboß gewidmet wurden, gefiele ihm der Nachruf der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS wahrscheinlich am besten, in der er, völlig zu Recht, als "starrsinniger Gegner der Entspannung" und "unverbesserlicher Feind des Sozialismus" bezeichnet wurde.

Hans Küng und seine Kirche

Die Ursache des Konflikts, seine lange Vorgeschichte und sein Ablauf in der letzten Phase blieben für die Öffentlichkeit verwirrend.

Nordlicht-Reise: Politik an niedersächsischen Kaminen

Der Solling hatte eine dicke Nebelmütze übergezogen. Von dem Miniaturgebirge zwischen Weser und Leine, das in Augenschein zu nehmen Wilfried Hasselmann, der niedersächsische Minister für Bundesangelegenheiten, letzte Woche einen Trupp Bonner Journalisten eingeladen hatte, sah man deshalb wenig.

Zeitungsanzeigen für 140 000 Mark: Hat Karry zuviel Geld?

Ein Sonderangebot bekamen Frankfurts Zeitungsleser in den Freitag-Ausgaben der vergangenen Woche geliefert, von dem sie nicht so recht wußten, was sie damit anfangen sollten: In den in der Rhein-Main-Region erscheinenden Zeitungen hatte auf zwei vollen Seiten der hessische Minister für Wirtschaft und Technik, Heinz Herbert Karry, den "Planfeststellungsbeschluß" seines Hauses für die umstrittene Ostumgehung von Frankfurt veröffentlicht.

Zwei Arten von Hoffnung

Alan Paton gehört zu den angesehensten Schriftstellern Südafrikas. Er hat sich der Sache seiner farbigen Mitbürger angenommen.

Nie wieder dieses Geschwätz

Auch in so ernsten Zeiten wie den jetzigen geht der Sinn fürs Unernste nicht allenthalben verloren. Wenn sich etwa einige führende Gewerkschafter und Unternehmer treffen, und wenn, wie Anfang der Woche geschehen, ihre Begegnung obendrein noch im Hause und auf Einladung des Bundeswirtschaftsministers stattfindet, dann mögen die Ernsthaften unter uns darin ein bedeutendes Gespräch sehen, geführt an jenem wirtschaftlichen "Abgrund", an dem wir uns nach den Worten Otto Graf Lambsdorff zur Zeit entlang bewegen.

Ende der Schonzeit

Warum die Ölkonzerne diesmal lange mit der Erhöhung der Benzinpreise zögerten

Vom Schwanz her aufgezäumt

Mit der Kapitalzusammenlegung im Verhältnis eins zu drei und der Wiederaufstockung des Aktienkapitals im Verhältnis eins zu eins wurde den Aktionären von AEG/Telefunken zugemutet, bei der dringend notwendig gewordenen Sanierung des Unternehmens den dritten Schritt vor dem ersten und zweiten zu tun.

BONNER KULISSE

Vom Titelbild strahlt das Konterfei des angeblichen "Steuerrebellen" Hermann Fredersdorf. Im Inneren weist das Impressum aus, daß das Blatt auch von Hermann Fredersdorf herausgegeben wird.

Schwätzer in der "schwersten Stunde"

Einen Tag lang durften sie tun, was sie am besten können und am meisten lieben: jammern. Und sie – die mehr als tausend der 190 000 AEG-Aktionäre – hatten diesmal allen Grund dazu: Sie waren geladen zu hören, daß ihrem Unternehmen der weitaus größere Teil seines Eigenkapitals abhanden gekommen war, ja, daß ihr Konzern, der ihnen 1973 die letzte Dividende gezahlt hatte, nur zu retten sei, wenn sie ihre AEG-Anteile drastisch entwerteten.

Der Neue – Heinz Dürr

Immer wieder hatten die AEG-Aktionäre zu wissen verlangt: Wer folgt Walter Cipa als Boß des angeschlagenen Konzerns? Wie sollen wir ein Sanierungskonzept beschließen, ohne "unser neues Zugpferd" zu kennen.

Rohstoffe: Kalte Dusche aus Ottawa

Nichts ist sicher in der Welt", hatte Altbankier Hermann Josef Abs im vergangenen Jahr mit Blick auf die deutschen Auslandsinvestitionen in der ZEIT gewarnt.

Schweiz: Aufschub für "Radio 24"

Roger Schawinski hat geschafft, wovon Schweizer Politiker nur noch träumen können. Für den ehemaligen Chefredakteur der Zürcher Boulevardzeitung Tat gehen die sonst so wahr- und volksabstimmungsmüden Eidgenossen auf die Barrikaden.

Angst vor der Eskalation

Die Kreditwirtschaft in der Bundesrepublik rechnet in diesen Tagen mit neuen Pressionen der Amerikaner auf die Bundesregierung.

Springer gestoppt

Eine wichtige Entscheidung hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe gefällt. Eine Beschwerde des Axel-Springer-Verlags gegen ein Urteil des Berliner Kammergerichts wurde zurückgewiesen.

Panik der Knipser

Angekündigte Verteuerung für Filme im Handel treibt die Kunden zu Hamsterkäufen

Börsen-Report: Zinsärger

Von der sonst am Jahresbeginn üblichen Anlagewelle aus den jeweils am 1. Januar frei werdenden Zins- und Tilgungsmilliarden kann diesmal keine Rede sein.

Exodus der Weißkittel

Operation Koffer" ist die neueste Therapie, die sich Belgiens Ärzte im Streik gegen die Sparpläne der Regierung haben einfallen lassen.

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