Feuilleton

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DIE ZEIT

Vage Botschaft an Moskau

Ein neutrales Afghanistan, der Rivalität der beiden Weltmächte entzogen – so stellen sich die neun Außenminister der Europäischen Gemeinschaft die Lösung der Krise vor.

Bonns Pausensignal

Die afghanischen Verwerfungen in der Weltpolitik bringen auch die innerdeutschen Gesetzmäßigkeiten durcheinander: Zum ersten Male zögert Bonn und nicht Ostberlin, sich auf neue gemeinsame Vorhaben einzulassen.

Demütigende Farce

Geiseln haben in der Geschichte der Völker und in der Geschichte des Verbrechens schon mannigfachen Zwecken gedient. Noch im Mittelalter waren sie so etwas wie eine völkerrechtliche Institution: Edelleute aus unterworfenen Provinzen leisteten am Hofe des Herrschers Gewähr für Wohlverhalten und pünktlichen Tribut.

Laufmaschen im sozialen Netz

Es geht um Milliarden und Prozente, um Ansprüche und deren Grenzen. Doch offenbar steht noch mehr auf dem Spiel – anders ließe es sich kaum verstehen, warum sich die Parteien schon jetzt, gründlich wie selten zuvor, einer Reform annehmen, die sie allenfalls in vier Jahren werden verwirklichen können: der Rentenreform.

Wahlen in Kanada: Mit der roten Rose im Revers

Zum Preis von 300 000 kanadischen Dollar, wie Ortskundige wissen wollen, hat sich Pierre Elliot Trudeau kürzlich im besten Viertel von Montreal ein Haus für den Ruhestand gekauft.

Zeitspiegel

Großmaul Muhammad Ali, alias Cassius Clay und amerikanischer Ex-Boxweltmeister, macht immer wieder von sich reden – jüngst in Afrika als erfolgloser Carter-Sonderbotschafter in Sachen Olympiaboykott, jetzt als Werbetrommler für das japanische Automobil Toyota, was ihm statt Ehren einen Haufen Geld einbringt.

Roms Regierende sind ratlos

Gegen Mitternacht löschte eine Terroristenbombe im Stromverteiler die Lichter. Dochalsbald erhellten Notaggregate wieder den römischen Sportpalast, wo der Kongreß der Democrazia Cristiana in endlosen Tag- und Nachtsitzungen um die Erleuchtung rang, ob und wie Italien seinem Notstand mit Beistand der Kommunisten entkommen könnte.

Braucht Bonn mehr Divisionen?

Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Truppen des Warschauer Paktes im August 1968 beglückwünschte sich der damalige britische Verteidigungsminister Denis Healey zu diesem "Alarmsignal zur rechten Zeit für das Bündnis".

Autoren-Beschimpfung: Stoibers Ausfall

Als "Ratten und Schmeißfliegen", so beschwichtigt die CSU auf ihre Weise, hat Generalsekretär Stoiber weder alle Schriftsteller noch mehrere Autoren bezeichnet, also nicht Kesten, Drewitz, Jens, Reding und Walser.

Entwicklungshilfe der DDR: Beat und Borschtsch

Ein DDR-Witz geht so: Ein Amerikaner, ein Russe und ein DDR-Bürger werden im Busch von Menschenfressern gefangen und sollen auf den Grill, es sei denn, sie könnten irgend etwas erzählen, was für ihr Land spricht.

Dieter Buhl berichtet aus New Hampshire: Die Krise hilft Jimmy Carter

Die Walstatt lädt nicht zum Verweilen ein. Nach Monaten ohne Schnee herrschen jetzt die Verhältnisse, die New Hampshire während des Winters in eine unwirtliche Gegend verwandeln: Eisglatte Straßen behindern den Verkehr, und beißender Wind hält die Menschen in ihren Häusern.

Bomben vor den Wahlen

In Salisbury hat der britische Gouverneur Lord Soames die allgemeine Mobilmachung verfügt, um für die Zeit der Wahlen, die vom 27.

Machtzuwachs für Polens Parteichef

Unzählige Polen hatten seit Jahren gehofft, daß der ungeliebte "Russe", der im früheren Ostpolen geborene und lange Jahre in der Sowjetunion lebende polnische Ministerpräsident Piotr Jaroszewicz, einmal sein Amt verlieren wird.

Nahost: Krisen im Friedensprozeß

In Kairo weht seit Anfang dieser Woche die weißblaue Fahne mit dem Davidsstern – Israels Nationalflagge. Gehißt wurde sie vom israelischen Geschäftsführer Hadass zur Eröffnung der bisher noch provisorisch untergebrachten Botschaft.

Hoffnungen für Bonn und den Bundestag

Die Bild- Zeitung ist ins "Nachdenken" gekommen, und zwar über Klaus Bölling. Der Regierungssprecher, "einer der begehrtesten Junggesellen Deutschlands", hat die Absicht, Alexandra Rodenstock zu heiraten, die Tochter des BDI-Präsidenten.

Robert Siodmak: Mein erster Film in Hollywood

Es gab ein Studio in Hollywood, "Republic Pictures". Ein Produzent, Sol Siegel, wurde von Paramount engagiert. Er begann sofort, sechsundzwanzig sogenannte "B"-Filme vorzubereiten, kaute immer an einer Zigarre, die er, wenn sie halb aufgegessen war, ausspuckte.

Strafanstalt: Schilder am Gefangenen-Rock

Die Strafanstalt in Berlin-Tegel gehört zu den größten Gefängnissen in Westeuropa. Ihre Mauern fassen bis zu 1500 Häftlinge; derzeit halten sich 1200 darin auf.

Kanal: Ärger mit "Heide-Suez"

Der Elbe-Seitenkanal, einstmals hochgelobtes "Jahrhundertbauwerk", machte wieder Ärger. Bei Wendisch-Evern im Kreis Lüneburg spülte Schmelzwasser ein Riesenloch in die Kanalböschung.

DKP-Lehrer: Immer Ärger mit Klose

Hamburgische Politik liebt gelegentlich verschlungene Umwege. Was von außerhalb "Genossenfilz" genannt wird, zwingt innerhalb die Genossen, den Sack zu schlagen und den Esel zu meinen.

Spionage: Wie naiv war Genosse Dr. Cremer?

Friedrich Cremer, seines Zeichens Landtagsabgeordneter der SPD, erklärt den Richtern "Ich bin oft naiv und gutgläubig." Fürwahr, der wegen Spionage vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht angeklagte Arzt charakterisiert sich selbst am besten.

Die Spiele der langen Gesichter

Die Dame im Greyhound, rotwangig und redselig, ist sehr vergnügt. Ihrem Geschnatter ist zu entnehmen: Sie hatte hier in Lake Placid Wettkämpfe der Olympischen Winterspiele besuchen wollen, doch als sie endlich bis zu den vorbestellten Tickets vorgedrungen war, waren die Wettkämpfe schon vorbei.

Der Mann, der kein Star sein will

Eric Heiden ist in jeder Hinsicht ein Mann von gewinnendem Wesen. Wie er sich räuspert und wie er spricht, lächelnd, lässig, die langen braunen Locken leicht zerzaust, die dritte Soldmedaille am Halse, ist er aller Mütter Wunschtraum von einem netten Schwiegersohn.

Die ewige Versuchung

Wettbewerb ist eine feine Sache – jedenfalls solange man zu den Gewinnern gehört. Das gilt für Olympische Spiele ebenso wie für die Wirtschaft.

Grundig - Beteiligung und Herrschen

Max Grundig, einer der letzten großen Pionierunternehmer in Nachkriegsdeutschland, gibt nicht auf: Gerade von einer langen Krankheit genesen, scheint der 71jährige fest entschlossen, seinem Lebenswerk, den Grundig-Werken, die gefährdete Eigenständigkeit zu erhalten.

BONNER KULISSE

Der Mietpreis, zu dem Ex-Bundespräsident Walter Scheel beim Bund zur Miete wohnt, läßt den streitbaren CDU-Abgeordneten Lothar Haase, Haushaltsobmann seiner Fraktion, nicht ruhen.

Hamburger Morgenpost: Eidgenossen als Retter

Zwei Schweizer Brüder, die Baseler Verleger Greif, werden aller Wahrscheinlichkeit nach das tun, wozu sich kein deutscher Verleger mehr bereit fand, was allenfalls Branchenfremde – nicht immer ganz seriös – anpacken wollten: die Hamburger Morgenpost zu retten.

Ehrhard Goldbach: Ohne Stil

Rund 200 Millionen Mark – so mutmaßt man – hat der Mineralölhändler Ehrhard Goldbach aus Wanne-Eickel ins Ausland geschafft.

Betriebsräte: Wie lange dürfen sie tagen?

Zwei Berliner Zeitungen haben wieder ihr gewohntes Schriftbild, aber der Streit ist noch lange nicht beendet. An mehreren Tagen in der vergangenen Woche konnten "Der Tagesspiegel" und "Der Abend" in Berlin nur mit Notausgaben erscheinen.

Tarifparteien: Wenn sie nicht umdenken...

1979 waren alle des Lobes voll: Politiker und Wirtschaftsexperten, Journalisten und Unternehmer zollten den maßvollen Tarifabschlüssen des letzten Jahres, die unter der Fünf-Prozent-Grenze blieben, allgemeinen Beifall.

Der Zentralbankrat

der Deutschen Bundesbank setzt sich aus den Mitgliedern des Bundesbankdirektoriums und den Präsidenten der Landeszentralbanken zusammen.

Italien: Überraschung zum Nachtisch

Nur der heilige Faustinus, Schutzpatron der Stadt Brescia, rettete die ihm ergebene Bürgerschaft am 15. Februar vor Hunger und Durst.

In Großbritannien wächst die Bereitschaft zur Einführung von Importkontrollen und...: Die Schlacht um England

Mark Thatcher, der 26jährige Sohn der britischen Premierministerin, ist unangenehm aufgefallen – zumindest bei politischen Opponenten seiner Mutter und den Vertretern britischer Textilinteressen, Der Liebhaber schneller Autos hat sich nämlich als Werbeträger für die japanische Bekleidungsfirma Kanebo hergegeben, die ihm – dem Vernehmen nach mit 40 000 Mark – aushilft, damit er an Rennen in Japan teilnehmen kann.

Drohgebärden in Amerika

Die Übergabe des Ultimatums war sorgfältig inszeniert: Im ersten Akt vor einem Monat forderte Gewerkschaftsboß Douglas Fraser auf einer Tagung der United Autoworker (UAW) vom Kongreß, die japanischen Autohersteller durch ein protektionistisches Gesetz zum Bau von Fabriken in den USA zu zwingen.

Volkswagenkonzern: Der zweite Streich

Nicht ohne Grund nennt man ihn "Big Jim". Der Spitzname von James McLernon, dem Chef von Volkswagen of America, bezieht sich dabei nicht nur auf seine stattliche Körpergröße.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Nachricht überrascht: Opel sieht bereits wieder Ansätze für eine Normalisierung auf dem Automarkt, Opel-Chef James F. Waters betont, die gegenwärtige Absatzlage sei nur "eine vorübergehende Marktschwäche".

ZEITRAFFER

Nicht viel Gutes erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in diesem Jahr für ihre Mitgliedsländer.

Devisen-Seller

Von freundlicher Tendenz beim Dollar und Yen-Schwäche ist derzeit das Geschehen an den Devisenmärkten bestimmt. Während sich die Dänenkrone nach einer Anhebung des dänischen Diskontsatzes erhöhte, trat dieser Effekt beim japanischen Yen nicht ein.

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