Sprachlosigkeit und Resignation haben viele Mitarbeiter im deutschen Gesundheitswesen ergriffen. Doch es gibt längst auch Projekte und Möglichkeiten zur Überwindung dieser Hilflosigkeit. Das soll eine Großveranstaltung des Berliner „Gesundheitsladens“ vom 14. bis 18. Mai aufzeigen, die als bewußte Ergänzung des zur gleichen Zeit in Berlin stattfindenden „83. Deutschen Ärztetages“ geplant ist.

Der zunehmenden „Hilflosigkeit der Helfer“ will der „Gesundheitstag 1980“ ein breites Forum alternativer Medizin gegenüberstellen. Daß die schulmedizinischen Strukturen vielerorts längst ausgefahren und reformbedürftig sind, sollen die Diskussionsrunden und „Workshops“ beweisen – unter anderem zum Thema Kostendämpfung und Krise des Gesundheitswesens, Gesundheitsgefährdung durch Umweltschadstoffe, organisierte Patienteninteressen, das Elend der herrschenden Psychiatrie, die Situation der Frau im Gesundheitswesen sowie die Verantwortung der Medizin in der Dritten Welt.

Zugesagt haben bislang Fachleute wie der deutsche Psychiater Klaus Doerner und sein italienischer Kollege Franco Basaglia, Robert Jungk, Paul Lüth, Horst-Eberhard Richter und – natürlich – auch Professor Julius Hackethal. Auflockernde Rahmenprogramme sollen den „Gesundheitstag“ begleiten. Koordinator Ellis Huber: „Wir rechnen mit etwa 10 000 Teilnehmern.“