DIE ZEIT

Der Zwang zu einer Entziehungskur

Gäbe es eine Tapferkeitsmedaille für Unerschrockenheit im Kampf gegen Pessimismus und Kleinmut, Martin Grüner hätte sie sich redlich verdient.

Treue wird teurer

Der Kostenanteil, den die Europäer für die von Helmut Schmidt im Bundestag beschworene, glaubwürdige, gemeinsame westliche Politik zur Bewältigung der Afghanistan-Krise tragen sollen, wird wahrscheinlich eine Höhe erreichen, die der Bundeskanzler selbst nach seinen Gesprächen mit dem amerikanischen Präsidenten in dieser Woche nicht klar abzusehen vermag.

Eine blamable Ausrede

Plötzlich war alles so nicht gemeint gewesen. Auf einmal soll alles nur ein "Mißverständnis", ein "Irrtum" gewesen sein. Schuld waren angeblich Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen Weißem Haus und dem Außenministerium.

Die Weißen zittern vor Mugabe

Im letzten Kriegsjahr konnte man allenthalben in Berlin ein Hitler-Plakat sehen, dessen Text eindringlich deutlich machte, wie rastlos "der Führer" Tag und Nacht für sein Volk tätig ist.

Worte der Woche

"Die öffentlich-rechtlichen Anstalten sollten sich verpflichten, vom Beginn des Wahlkampfes an – also etwa ab Juni/Juli dieses Jahres – auf jede eigene Kommentierung der innenpolitischen Szene zu verzichten und in der Berichterstattung über die Parteien und ihre Aktivitäten für eine (auch nach Minuten und Sekunden) meßbare Gleichbehandlung zu sorgen.

Zeitspiegel

In seinem Bemühen, zusätzliche Rohstoff-Reserven zu erschließen, versucht der rumänische Staatsrat jetzt, Rentner und unbeschäftigte Familienmitglieder als Goldwäscher anzuwerben.

Iran: Tauziehen um die Geiseln

Für die junge Krankenschwester Zahra Gholami und ihren Ahmad Davoudi war das Glück vollkommen. Sie waren wohl das einzige Hochzeitspaar, das seit der Revolution in den Genuß des persönlichen Segens von Ajatollah Chomeini gekommen ist.

"Ein Präsident mit einer Mission"

Erst reden wir mit den Golf-Staaten über die europäisch-arabische Kooperation, in Jordanien kommt dann das Palästinenser-Problem zur Sprache.

Ein spätes Kind des Wirtschaftswunders

Lothar Späth, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, gehört mit seinen 42 Jahren zu einer Politikergeneration, die es schwer hat, ihr Bild unverwechselbar zu machen.

Rechtspolitischer Kongreß der SPD: Ein programmiertes Alibi

Ein gescheiter Zeitgenosse hat unlängst den deutschen Parteien die gemeinsame Neigung attestiert, mit kontroversen Sachthemen, über die sie sich eigentlich auf ihren Parteitagen oder in ihren Parlamentsfraktionen streiten müßten, in Kongresse zu flüchten.

Israel: Der Tod eines Pioniers

Solange David Ben Gurion lebte, der Vater des Judenstaates, weigerte er sich, den Namen Yigal Allons in den Mund zu nehmen. 1948 wollte sich der ehemalige Kommandeur der ruhmreichen Spezialtruppe Palmach nicht aus dem von ihm bereits eroberten Sinai-Teil zurückziehen.

Eritrea: Wende in Sicht?

Als der äthiopische Juntachef Mengistu Haile Mariam im Sommer 1978 zum vernichtenden Schlag gegen die Eritreer ansetzte, kontrollierten die beiden eritreischen Befreiungsfronten den gesamten 120 000 Quadratkilometer großen Küstenstreifen am Roten Meer.

BONNER BÜHNE: "Pfropfen im Programmhals"

Selbst den Auguren und den Kennern der politischen Hochsprache, in deren Verklausulierungen sich so vieles versteckt andeuten läßt, ist es nicht gelungen, aus der jüngsten Afghanistan-Debatte des Bundestages Neuigkeiten herauszuhalten Regierung und Regierungslager halten es mit diskretem Krisenmanagement, auch um den Preis, daß es sich wie Lavieren ausnimmt oder es tatsächlich ist; die Opposition regt sich darüber auf, aber in Grenzen.

China: Maoisten räumen das Politbüro

Die Widersacher Mao Tse-tungs haben sich in der chinesischen Führungsspitze endgültig durchgesetzt. Maos letzte Getreuen im Politbüro mußten zurücktreten.

Lästig ist das Zigeunerleben

Zigeuner sind schmutzig, aber musikalisch, sie sind Diebe und Betrüger. Sie leben in freier Liebe, sie können weder lesen noch schreiben, und sie ziehen mit protzigen Wohnwagen und teuren Autos über Land.

Als die Hanni beerdigt wurde

Achtundvierzig ist die Hanni geworden, und ihre Beerdigung hat fünfzehntausend Mark gekostet. Nun liegt sie in einem Eichensarg; ein.

Kleinkunst: Hammer und Harfe

Die vier wollen anscheinend Ärger haben. Sie starten in Hannover ein Kabarett und suchen sich als Zielscheibe auch noch den eigenen Ministerpräsidenten aus.

Menschenschmuggel im Neckartal

Der Sohn des Feldmarschalls, sonst eher liberal und leutselig, gab sich militärisch: "Ich nehme das alles nicht als ein gottgewolltes Schicksal hin, daß man auf staatlicher Ebene untätig bleibt und die brave Fronttruppe, die Kommune, ausbaden soll, was oben alles verbrochen wird.

Ernst Heinrichsohn 2. Teil: Die Bürgschaft

Es ging alles mit rechten, freilich überraschenden Dingen zu: Erst belegte das Gericht im Kölner Judenmordprozeß gegen Lischka und andere den angeklagten Advokaten und CSU-Bürgermeister Ernst Heinrichsohn mit einer höheren Strafe als die Ankläger gefordert hatten (sechs Jahre wegen Beihilfe am Mord von 70 000 französischen Juden).

Der Iran – ein Jahr danach: Eine Revolution wird besichtigt

Fast ein Jahr nach Ausrufung der "Islamischen Republik Iran" am 2. April 1979 ist noch immer nicht ganz klar, was an diesem neuen politischen System eigentlich so besonders islamisch sein soll, wodurch sich von anderen, bereits existierenden republikanischen Staatswesen in der islamischen weit unterscheidet.

Nicht am Bürger vorbei

Es ist widersinnig, aber wahr: Seit der Ajatollah und Afghanistan, das öffentliche Interesse bannen, ist die Energiekrise als Thema out.

Gefahr erkannt...

In der Bundesrepublik droht Wohnungsnot, aber es fehlt der Mut für die nötigen Schritte

Bonner Kulisse

Jörgen Möllemann, FDP-Bundestagsabgeordneter und Wehrexperte seiner Fraktion, hat versucht, etwas Licht in das Dunkel des rüstungswirtschaftlichen Arbeitskreises bei Verteidigungsminister Hans Apel zu bringen.

Paulaner-Brauerei: Dämpfer

Dem Beobachter von fern mag es belanglos erscheinen: die Paulaner-Brauerei, Nummer eins unter den Bierburgen der bayerischen Metropole, hat auf dem Oktoberfest ein Zelt "verloren", und zwar ihr "feinstes".

Devisenmarkt: Wunder-Dollar

In Teheran werden Amerikaner als Geiseln festgehalten. In Afghanistan sind die Sowjets eingefallen. Im Konflikt mit Iran hat Carter Guthaben der iranischen Regierung im Ausland beschlagnahmt.

Regionalbörsen: Mimosen

Die gutgemeinte Werbung für die von vielen angezweifelte Notwendigkeit der deutschen Regionalbörsen, die von der Hanseatischen Wertpapierbörse anläßlich der Vorlage ihres Jahresberichts veranstaltet wurde, war ein Schuß in den Ofen.

Vor sechs Jahren erschraken die Menschen vor den sehr hohen Ölpreisen – heute reagieren sie wesentlich gelassener: Das dicke Ende kann noch kommen

Kinder, so heißt es, pflegen zu pfeifen, wenn sie allein im dunklen Wald ihre Angst verscheuchen wollen. Viele Konsumgüterhersteller verhalten sich ähnlich, sobald sie nach den Aussichten für das laufende Jahr gefragt werden: Sie geben sich ungebrochen optimistisch, obwohl auch ihnen die Furcht in den Knochen steckt – die Furcht vor der Ölrechnung.

Das Märchen von der harten Mark

Wer hätte 1978 die Prognose gewagt, daß 1980 die Lira und der Französische Franc die beiden stärksten europäischen Währungen sein würden? Die ehrliche Antwort: niemand.

Rechnen mit Vernunft

Cronenberg: Wir halten für die leitenden Angestellten Sprecherausschüsse für notwendig, weil sie eine eigenständige Gruppe im Betriebsleben sind.

Die Amerikaner bleiben Sieger

Der Marktführer, der Hamburger Zigarettenkonzern Reemtsma, demonstriert zwar Zuversicht, aber die Erfolge haben die anderen.

ZEITRAFFER

Die Inflationsrate in der Bundesrepublik Deutschland klettert. Nachdem sie im Januar auf fünf Prozent zurückgegangen war, schnellte sie im Februar auf 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hoch.

MANAGER UND MÄRKTE

Olympia: Vertriebschef geht · Rollei: Heil in der Nische Financial Times: Einen Tag früher

Ein Netz für den Drahtseilakt

Die Kurszettel der Zeitungen werden bald um ein Sternchen ärmer werden. Um eines jener Sternchen nämlich, zu denen in einer Fußnote erläutert wird, daß die Aktie noch über hundert Mark lautet.

Sonnenenergie: Warmes vom Dach

Die permanenten Hiobsbotschaften von der Ölpreisfront haben der Sonnenenergie endgültig zum Durchbruch verhelfen. Während im Winter 1978/79 die Hersteller von Solarkollektoren und Wärmepumpen noch auf hohen Lagerbeständen.

Börsen-Report: Die Bedenken wachsen

Sind die Aktien tatsächlich gegen Zinssteigerungen immun geworden? Zählen angesichts der sich wieder beschleunigenden Inflation nur noch Sachwerte, also an der Börse die Aktien? Wer in den letzten Wochen den Substanzwerten unbeschwert das Wort geredet hat, bekommt zunehmend kalte Füße.

Sozialversicherung für Künstler: Querschuß von der Galerie

Gerade noch rechtzeitig vor der Bundestagswahl möchte sich Bundeskanzler Helmut Schmidt als Freund der Künstler empfehlen. So signalisierte er seiner Fraktion im Bundestag ein Anliegen von besonderer Priorität: Das Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten, kurz Künstlerrente genannt.

Städtepartnerschaft: Brillen für Ouahigouya

Erst war es eine Städtepartnerschaft wie so viele andere auch: Die Bürgermeister besuchten sich bei offiziellen Veranstaltungen, begleitet von Honoratioren-Delegationen; Sportvereine veranstalteten Wettkämpfe und tauschten Wimpel aus.

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