Wenn’s im Spiel einmal ganz schlimm gekommen ist für seine Mannschaft, dann läßt er sich beim nächsten Training kein überflüssiges Wort entlocken. Er steht da, schaut über seine Truppe hinweg, als ginge ihn das alles gar nichts an, und gibt – mit erstaunlich hoher Stimme – ganz kurze Anweisungen. "Wenn er uns doch wenigstens anbrüllen würde", sagen die Spieler, "damit wir wissen, was los ist."

Was los ist, erfahren die hochdotierten Profis dann etwas später bei der Mannschaftsbesprechung. Da redet der Jugoslawe Branko Zebec, der nie perfekt Deutsch gelernt hat, Fraktur mit seinen Leuten.

Seit 1978 ist Branko Zebec Trainer beim HSV. 1979 gewann er mit seinem Team die deutsche Meisterschaft, in der laufenden Saison stehen die Hamburger zusammen mit den Münchnern des FC Bayern ganz oben.

Helmut Schön, der ehemalige Bundestrainer, nennt ihn "den zur Zeit wohl besten deutschen Bundesliga-Trainer". Der Engländer Kevin Keegan, der am Schluß dieser Saison den HSV wieder verlassen wird, ist davon überzeugt, "von Branko Zebec mehr als von jedem anderen Trainer profitiert zu haben"; und Horst Hrubesch, der vor zwei Jahren, als er für den HSV verpflichtet wurde, wie ein ungehobelter Klotz auf dem Spielfeld wirkte, steht jetzt vor dem Sprung in die A-Nationalmannschaft.

"Daß ich mich spielerisch so verbessert habe, verdanke ich unserem Trainer", sagt er.

Wenn es also einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Leistung einer Mannschaft und der Qualität eines Trainers gibt, dann müßte ein Mann wie Branko Zebec den augenfälligsten Beweis dafür liefern,

"Ich mache meine Arbeit, wie jeder andere", sagt er, "aber ich richte mich nicht nach den anderen."