In der Wochenzeitung DIE ZEIT vom 28. März 1980, Seite 9, wird in dem ZEIT-Dossier "Operation ‚Großes Ohr’" von Michael Naumann nach der Schilderung eines im September 1976 von Franz Josef Strauß als Herausgeber des Bayernkurier mit dessen Chefredakteur, Wilfried Scharnagl, geführten Telephongesprächs über einen Artikel, der dann unter dem Titel "Nach Art der Maffia" am 2. Oktober 1976 im Bayernkurier erschien, behauptet: "Eineinhalb Jahre später widerfuhr beiden ein Déjàvu-Erlebnis besonders unangenehmer Art: Am 14. Januar 1978 lasen Strauß und Scharnagl ein Protokoll ihrer Konversation in der Süddeutschen Zeitung. "Nach Art der Maffia" hatten Unbekannte den Politiker belauscht. Die gefälschte . Gesprächsversion sollte den skandalumwitterten Parteichef in den Sumpf der weltweiten Lockheed-Bestechungsaffäre stoßen. Erstaunlicherweise hatte das liberale Münchner Blatt das anonym zugesandte Elaborat (auf kopiertem Formularpapier des Bundesnachrichtendienstes) als echt und druckbar akzeptiert."

Diese Behauptungen sind in bezug auf die Süddeutsche Zeitung falsch. Die Süddeutsche Zeitung hat weder das ihr anonym zugesandte Elaborat als echt noch als druckbar akzeptiert.

Vor Veröffentlichung dieses Vorfalls hat die Süddeutsche Zeitung vielmehr Recherchen angestellt, die ergaben, daß Strauß große Teile des illegalen Protokolls bestätigte und etwa 25 Prozent des Protokolls für gefälscht hielt. Die Süddeutsche Zeitung berichtete daher auch in ihrer ersten Veröffentlichung, daß Strauß 25 Prozent für gefälscht hielt. Der volle Wortlaut des Protokolls ist von der Süddeutschen Zeitung dagegen nie veröffentlicht worden. Die von Strauß als Fälschung bezeichnete Lockheed-Passage ist von der Süddeutschen Zeitung erst dann veröffentlicht worden, als Strauß selbst hierüber öffentlich zitiert hatte. So hieß es in der Süddeutschen Zeitung vom 14. Januar 1978 auf der Seite 3 unter anderem: "Sollte es das Ziel des anonymen Absenders gewesen sein, mit einer raffiniert fabrizierten Fälschung das Thema Lockheed noch einmal ins Gespräch zu bringen, unter dem Deckmantel eines hochpolitischen Geheimdienstskandals Strauß zu belasten?"

München, den 27. März 1980 Süddeutscher Verlag GmbH