Touristen und Bewohner einer Stadt haben oft gegensätzliche Interessen. Aber diesmal sind sich beide einig: Eine "Apothekerregelung" für Wirtshäuser ist ein Unding. Wirte, die ihrer Kosten nicht mehr Herr und ihrer Einnahmen nicht mehr froh wurden, kamen auf die Idee, man solle doch die Gaststuben abends früher schließen und so teures Personal einsparen. Nachtschichtweise könne jeweils eine Gaststätte je Bezirk länger offen bleiben. Die Wirte, die so auch Bonn zur Lockerung des Ausländer-Anwerbestopps animieren wollten, verprellten aber ihre Gäste und zerschlugen ihr Porzellan in der Bonner Lobby. Ihrem ohnehin wenig renommierten Stand hat das mehr geschadet als genutzt. Dies hat jetzt wohl auch der Dachverband der Wirte, Dehoga, erkannt. Er sprach sich gegen Festlegungen noch engerer Schlußzeiten als den derzeitigen aus und gegen Reglementierungen, die den "Interessen des Gastes" widersprechen. Wobei daran zu erinnern ist, daß diese jüngste Reglement-Idee aus dem Kreis der Gastronomen stammt. K. V.