Die Preiswelle hält an. Im März kletterte die Inflationsrate auf 5,8 Prozent im Vergleich. zum Vorjahr. Diese beträchtliche Preissteigerungsrate hatte es zum letztenmal im Oktober 1975 gegeben. Anscheinend kommt die Sechs vor dem Komma wieder in greifbare Nähe. In Hessen kletterten die Kosten für die Lebenshaltung schon jetzt, im März, auf die Sechs-Prozent-Marke.

Als eine vergleichsweise günstige Prognose wird die Aussage des Präsidenten des Zentralverbandes des deutschen Baugewerbes, Fritz Eichbauer, gewertet, wonach die Baupreise 1980 um nicht mehr als sechs bis sieben Prozent steigen sollen. Verschiedene wirtschaftspolitische Gremien und Institute hätten Schlimmeres erwartet. Eichbauer begründete seine Prognose damit, daß steigende Baupreise zu einer Schwächung des zur Verfügung stehenden Bauvolumens führten. Wegen der seit Mitte 1979 eingetretenen Nachfrageabschwächung im Wohnungsbau rechnet der Bau-Präsident 1980 mit einem Zuwachs der Bauleistungen von etwa vier Prozent.

Im verarbeitenden Gewerbe läßt das Wachstum sichtlich nach. Die Bestellungen vor allem aus dem Ausland sind nach einem relativ hohen Stand Mitte 1979 zurückgegangen. Seither wuchs die Produktion nur noch unbedeutend. Dieses düstere Bild malt das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in seiner jüngsten Konjunkturanalyse. Auch in ihrer Prognose bleiben die Konjunkturforscher bei Grautönen:. Im laufenden Jahr rechnen sie nur noch mit einem Produktionswachstum von zwei Prozent, 1979 waren es noch über fünf Prozent.

Die heimische Energiewirtschaft hat sich als Energiesparer betätigt. Im vergangenen Jahr haben die Stromlieferanten nach Angaben der Vereinigung Deutsche Elektrizitätswerke ihren Ölverbrauch um rund 17 Prozent verringert. Nun halten die Kraftwerke nur noch einen Anteil von knapp drei Prozent am Mineralölverbrauch in der Bundesrepublik. Dieser stieg 1979 immerhin um drei Prozent auf 133,2 Millionen Tonnen. gf