Kontaktsperre

In München nahm die Polizei mehrere Demonstranten fest, die auf einer Parteiveranstaltung von CSU-Generalsekretär Edmund Stoiber – vergeblich – die Rücknahme des "Ratten- und Schmeißfliegen"-Zitates gefordert hatten. Die Störer wurden zum Polizeipräsidium gebracht und dort festgehalten. Als zwei von Angehörigen beauftragte Rechtsanwälte erschienen, verweigerte ihnen der Pförtner des Präsidiums unter Hinweis auf eine Anordnung des 14. (politischen) Kommissariats den Zutritt und die Sprecherlaubnis. Die Anwälte mußten fast anderthalb Stunden warten, bis sie zu ihren Mandanten gelassen wurden. Sie haben Dienstaufsichtsbeschwerde angekündigt.

Für Verheiratete erlaubt

Wer in Malaysia "an einsamen Plätzen bei eindeutigen Handlungen" erwischt wird, muß künftig mit empfindlichen Strafen rechnen – es sei denn, er ist nach dem Gesetz verheiratet. Das verlangen Malaysias Mullahs, nach islamischem Rezept. Darum müssen jetzt verheiratete Moslempaare ihre Heiratsurkunde ständig bei sich tragen wie ihren Personalausweis. Wer sich liebt, der muß sich legitimieren, widrigenfalls wird er kräftig zur Kasse gebeten. Sonst gilt in Malaysia noch britisches Gesetz – und Großzügigkeit.

Sozialismus und Leistung

Zum erstenmal seit 15 Jahren erhöht Kuba die Gehälter zum 1. Juli dieses Jahres. Die zwischen 14 und 40 Prozent liegenden Verbesserungen sind nicht nur eine Reaktion auf die verdeckten Preiserhöhungen, sondern sollen auch eine "größere wirtschaftliche Effizienz" bewirken. Im Klartext: Mehr Geld für bessere Leistung. Die Spanne zwischen Minimal- und Höchstlohn beträgt jetzt eins zu vier und soll auf eins zu fünf wachsen – dies aber nur für die Gruppe der Techniker und "dirigentes". Die größte Gruppe der Arbeiter muß sich mit geringeren Zuwachsraten bescheiden.

Die Genossen an der Börse