Vor allem den deutschen Kunden könnte indes eine andere Option der algerischen Regierung bald zu schaffen machen: die Drosselung des geplanten Ausbaus der Verflüssigungskapazitäten. Schon vor Jahren hat ein deutsches Konsortium umfangreiche Lieferverträge abgeschlossen, die jedoch nur erfüllt werden können, wenn die Anlage von Arzew weiter ausgebaut wird.

Da die Sonatrach diese Pläne vorerst zu den Akten gelegt hat, ist die deutsche Versorgung wieder völlig unsicher geworden. Denn es ist kein Geheimnis, daß die Kapazität der Pipeline nach Italien nicht ausreichen wird, um die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Die Pläne, eine weitere Leitung nach Spanien zu verlegen, sind vorerst nicht mehr als Zukunftsmusik.

So geben sich jetzt nach den Amerikanern und Franzosen auch deutsche Manager in Algier die Türklinke in die Hand. Ihre Erfolgschancen sind gering, womit die Algerier allerdings zumindest das Argument von der sicheren Versorgung ihrer Kunden selbst ad absurdum führen würden.