Politik

Sorry, falsch verbunden!

Zeit gewonnen — (vielleicht) alles gewonnen. Eine Stunde Sommerzeit genügt da nicht. Es geht um die Zeit bis zur Präsidentenwahl in Amerika am 4. November.

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DIE ZEIT

Aufbruch zu Neuwahlen

Als Königsmacher für Bonn haben sich die Düsseldorfer immer gefühlt, manchmal waren sie das auch. Wahlen in Nordrhein-Westfalen sind immer kleine Bundestagswahlen, ein Test für die wirtschaftliche Lage und die emotionale Grundverfassung der ganzen Republik.

Droht wegen Persien ein Krieg?

Jimmy Carter droht: "Wir haben genügend Geduld gezeigt." Der Präsident fordert die "volle Unterstützung" der Verbündeten. Im Persischen Golf hält sich eine amerikanische Armada bereit, denn Washington schließt militärische Sanktionen nicht mehr aus.

Herr S. ist nicht zufrieden

Im Namen Gottes – hier ist der automatische Anrufbeantworter der Botschaft der Islamischen Republik Iran in Bonn..." Ich hatte noch einmal angerufen, obwohl doch alles schon gesagt war: Der Kultur- und Presseattaché der Botschaft, Hassan Sarv ("Ich bin eigentlich Bauingenieur") hat mir das – für Journalisten unabdingbare – Einreisevisum für sein Land verweigert.

Wieviel Raum bleibt noch zwischen den Blöcken?

Besuche von höheren DDR-Funktionären bei der Hannover-Messe hat es schon oft gegeben. Aber daß ein so hochkarätiger Mann wie das Politbüromitglied Günter Mittag von Hannover nach Bonn weiterfährt und sich in dieser Woche dort auch mit dem Bundeskanzler trifft, das ist ein Novum in der Geschichte der innerdeutschen Beziehungen.

Sorgen in der DDR: "Dann läuft nichts mehr"

Zum erstenmal werden wir von unserem Großen Bruder weniger bedrängt als ihr", sagte verwundert ein DDR-Freund zu mir. "Wenn man sieht, wie Carter euch in der Irankrise und beim Olympiaboykott in die Pflicht zu nehmen versucht, da kann einem richtig angst und bange werden.

Belgien: Das Land ist längst unregierbar

"Rebellen" aus den eigenen Reihen der flämischen christlichen Volkspartei (CVP) versagten ihm das Vertäuen, als es darum ging, die neue föderalistische Staatsform auch gesetzlich zu verankern.

Wa(h)lpurgisnacht in Bonn: "Eile jeder Kluge fort!"

Helmut Schmidt oder Franz Josef Strauß – ist das für emanzipierte Frauen, zum Beispiel für Emma-Leserinnen, eine echte Alternative? Nein, lautet natürlich die richtige Antwort; erstens werden beide von ungefähr gleich vielen als "frauenfeindlich" eingestuft, zweitens, so Alice Schwarzer, habe die SPD die Frauen "verraten".

Nordrhein-Westfalen, das größte Bundesland, wählt am 11. Mai einen neuen Landtag: Aufbruch zum "politischen Frühling"

Johannes Stüttgen, 35jähriger Kunsterzieher in Gelsenkirchen, Mitarbeiter von Joseph Beuys und Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis 87, verbreitet nur gedämpften Optimismus: "Das Revier ist kein grünes Pflaster", sagt er selbstkritisch, und bei allem gesunden, allen Phrasen abholden Menschenverstand der Leute im Ruhrgebiet sei es eben doch so, daß sie.

Sensation in Hollywood: Ein Oscar für Oskar

An Komplimenten aus Hollywood hat es in den letzten Jahren wahrlich nicht gefehlt. "Das wichtigste Filmland der Welt" nannte Francis Coppola ("Apocalypse Now") die Bundesrepublik und lud auch gleich die Regisseure Wim Wenders, Hans-Jürgen Syberberg und Werner Herzog zur Arbeit in Kalifornien ein.

Portugal und die EG: Bonn ermutigt Lissabon

Ehrgeiz ist eine der Tugenden, die dem portugiesischen Ministerpräsidenten Francisco Sá Carneiro bestimmt nicht fehlen. Von Ehrgeiz, aber auch von Ungeduld, ist sein energischer Versuch geprägt, sechs Jahre nach der Nelkenrevolution das Land von den sozialistischen Resten jener Aufbruchstimmung zu befreien und die wirtschaftliche Hypothek abzutragen.

Drogen: Strafe statt Therapie

Am kommenden Montag wird in Bonn ein Hearing zur Reform des Betäubungsmittelgesetzes stattfinden. Federführend bei dieser Reform ist Gesundheitsministerin Antje Huber, die von vielen Drogen-Experten für inkompetent gehalten wird.

Hochschule: Jagd auf die Linke

Gäb’s noch einen großen deutschen Satiriker, er würde bestimmt die Ulmer Universität zum nationalen Vergnügungszentrum machen", hieß es in einem Leserbrief an die örtliche Südwest Presse.

Zweimal Ostpreußen

Zwiespältig ist die Empfindung erst recht für den, der nicht von dorther kommt, der es – vielleicht – nur als Tourist gesehen hat: dieses schöne Stück Land, das einmal ein Stück von Deutschland gewesen war.

Hans guck in die Luft

Die Ölpreiskrise von 1973/74 hat zwar zunächst bei Politikern und Verbrauchern hektische Reaktionen hervorgerufen; doch dann haben sich die Gemüter ziemlich rasch wieder beruhigt.

Böse Miene zum guten Spiel

In die Gesichter kerben sich tiefe Sorgenfalten, doch die flinken Füllfederhalter in den Händen unterschreiben Bestellungen und Verträge zuhauf – fast scheint es so, als habe sich Schizophrenie eines großen Teils der deutschen Unternehmer bemächtigt.

Bonner Kulisse

Vorbei an der allgemeinen Öffentlichkeit plant Postminister Kurt Gscheidle, das ohnedies schon übermächtige Herrschaftswissen der Bundesregierung noch mächtiger zu machen.

Das neue Riesenspielzeug

Vom 21. bis 26. April 1980 tagen in Hamburg Währungspolitiker aus 21 Ländern. Sie gehören dem beratenden Interimsausschuß des Gouverneursrats beim Internationalen Währungsfonds an.

Gerd Bucerius: John Jahr zum 80. Geburtstag

hier gratuliert also der 74jährige dem jetzt Achtzigjährigen. Dabei gebe ich mich keinen Täuschungen hin: In den Augen unserer jungen Freunde und Mitarbeiter sind wir steinalt, sind Überbleibsel, werden gerade noch wahrgenommen.

Wirtschaftskriminalität: Der Dreh mit dem Kugelschreiber

Daß ein Großbetrüger mit "weißem Kragen" nicht ein wohlgefülltes Bankkonto in der Schweiz hat, ist selten. Daß so einer nicht seine Kunden erleichtert, sondern seine Geldgeber und die ergaunerten Millionen dann wiederum fast nach Art eines modernen Robin Hood seinen Kunden zugute kommen läßt, statt sie in die eigene Tasche zu stecken, dieser Fall dürfte in der Wirtschaftskriminalität einmalig sein.

Europäisches Parlament: Ein Schuß nach Hinten

In Straßburg, wo sonst die Hotels der Luxusklasse während der monatlichen Plenarsitzungen des Europaparlaments schon Monate im voraus ausgebucht sind, machen Europas Volksvertreter seit Anfang des Jahres regelrecht Jagd auf bescheidene Herbergen.

Nicht genügend aufgeklärt

Glombig: Ich kann den Stimmberechtigten natürlich nicht sagen, wo sie ihr Kreuz machen sollen. Das ist Aufgabe derjenigen, die Listen aufstellen.

Die Nachbarn sind die besten Kunden

Die Mitgliedsländer der Europäischen Gemeinschaft und damit zugleich Deutschlands unmittelbare Nachbarn sind die besten Kunden und Lieferanten der heimischen Wirtschaft.

MANAGER UND MÄRKTE

"Der Artikel entstand ohne Mitwirkung der deutschen Redaktion." Mit diesem Satz distanzierte sich der Frankfurter Korrespondent des amerikanischen Wirtschafts-Wochenblattes Business Week von einem Beitrag, der unter deutschen und international tätigen Bankiers Unruhe ausgelöst hat.

ZEITRAFFER

In der zweiten Jahreshälfte muß die Wirtschaft in der Bundesrepublik mit einer Abschwächung rechnen. Eine echte Rezession sei aber trotz der ständig steigenden Ölrechnung und trotz der weltpolitischen Krisenherde mit ihrem Druck auf den Export nicht zu erwarten.

DEVISENSELLER

Eine kleine Atempause konnte zuletzt der Dollar einlegen, nachdem um die Wende zum April schon ein Kurs von zwei Mark wieder in die Diskussion geworfen wurde.

Die Embargo-Waffe

In der Theorie bieten Embargos, Boykotts und Blockaden eine schier unwiderstehliche Versuchung: Drücke einem feindlichen Staat die wirtschaftlichen Lebensadern ab, und er geht alsbald in die Knie, ohne daß ein einziger Schuß abgefeuert werden muß.

Die Nothelfer

In der Internationalen Energie-Agentur (IEA) – Sitz in Paris – sind vorerst noch keine Zeichen von Hektik oder Krisenstimmung zu spüren.

Firmen und Fakten

1980 besteht das Institut 125 Jahre. Wenn die Bank dennoch bei einer unveränderten Ausschüttung von 9 Mark bleibt, hängt dies nicht allein mit dem im vergangenen Jahr eingetretenen Rückgang des Betriebsergebnisses um acht Prozent zusammen, sondern auch mit den sehr gedämpften Erwartungen der Geschäftsinhaber für 1980.

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