Die Zahl der krisenfesten und intakten Häuser verringert sich, die Zeitabstände zwischen den Krisen werden kürzer, die potentiellen Museumsleiter von morgen immer weniger. Dazu kommt die Abschreckung durch das Nützlichkeitsdenken eiskalter Rationalisierer, die – wie man mit Oscar Wilde von Mac Namara gesagt hat – zwar von jedem Ding wissen, was es kostet, aber von keinem, was es wert ist.

Eine Gruppe von Ausstellungs- und Museumsleuten sehe aus wie ein verlorener Haufen auf Strand gesetzter Seeräuber, hat Eberhard Roters schon vor Jahren geschrieben. Werner Hofmann malt ein weniger lustiges Menetekel an die Wand: "Die nächste Generation deutscher Museumsdirektoren wird sich der Entmündigungsversuche, denen wir ausgesetzt sind, nicht mehr erwehren, denn sie wird aus Funktionären bestehen, die ihre Wahl mit Fügsamkeit erkauft haben." Hoffentlich hat er nicht Recht. Noch ist es Zeit, ihn zu widerlegen. Die Verantwortung liegt bei den Politikern.

Karl Ruhrberg ist Direktor des Museums Ludwig in Köln