Mit Hängen und Würgen

Schließlich hat er es also doch noch geschafft. Der deutsche Schachgroßmeister Robert, Hübner erreichte in einem Zehn-Partien-Match gegen den Ungarn Andras Adorjan die Runde der letzten Vier im Kampf um die Herausforderung des Weltmeisters Anatol Karpow.

Wie hat er das geschafft? Beim Fußball würde es heißen: verdient, nach einer guten ersten und einer schwachen zweiten Halbzeit. Hübner erkämpfte sich in den ersten fünf Partien bei zwei Siegen und drei sicheren Remisen einen überzeugenden und überlegenen 3 1/2 : 1 1/2-Vorsprung, den er in der zweiten Hälfte teils Zug um Zug verspielte, teils buchstäblich mit Hängen und Würgen verteidigte: In der Hängepartie der neunten Runde nämlich gelang dem Deutschen das unter Großmeistern selten zu bestaunende Kunststück, in verlorener Stellung den Gegner in eine simple Pattfalle stolpern zu lassen und so das Remis und den Gesamtsieg verheißenden halben Punkt zu retten.

Ob der plötzliche Formabfall durch Ermüdungserscheinungen (nach zwei Wochen Schach), durch plötzliche Spielunlust oder andere psychologische Einflüsse erklärt werden kann, ist gleichgültig: Es zeigte erneut die mangelnde Stabilität und Härte des sensiblen Papyrologen.

Vermutlich überschätzte er seine Überlegenheit nach dem Sieg in der fünften Partie. Er spielte in der sechsten eine scharfe, zu optimistische Eröffnung und machte, als er keinen Vorteil erreichte, ein paar ungeduldige, jedenfalls "schwadie Züge", wie er selbst sagt.

Gib Feuer, Schätzchen!

Die Frau in Uniform marschiert wieder durch die Medienlandschaft. Auf den Weg geschickt hat sie diesmal der ehemalige zweite Mann der Nato, General Schmückle. In einem Interview mit der Illustrierten Quick auf die Schwierigkeiten der Bundeswehr mit rekrutenschwachen Jahrgängen angesprochen, befand der General, daß Frauen bestimmte Aufgaben "fraglos" ebensogut wahrnehmen könnten wie Männer. Wie richtig diese soldatische Lagebeurteilung ist, zeigt das Urteil eines amerikanischen Militärgerichts in Nürnberg. Die Richter verurteilten Ende März den weiblichen Gefreiten Cheryl Taylor wegen sexueller Belästigung eines männlichen Kameraden zu 30 Tagen Haft und einer Geldstrafe von 298 Dollar nebst Degradierung. Die 20jährige Gefreite Taylor hatte ihreHand nicht grüßend an die Mütze gelegt, sondem zwischen die Beine des 19jährigen Soldaten Kevin Knox, wobei sie ihn aufforderte: "You shrimp give me a light", zu deutsch etwa: "Gib mir Feuer, Schätzchen". Knox indessen fühlte sich falsch begriffen und trat den sofortigen Rückzug an, indem er den Vorfall dem wachhabenden Offizier meldete.