In der zweiten Jahreshälfte muß die Wirtschaft in der Bundesrepublik mit einer Abschwächung rechnen. Eine echte Rezession sei aber trotz der ständig steigenden Ölrechnung und trotz der weltpolitischen Krisenherde mit ihrem Druck auf den Export nicht zu erwarten. Diese Ansicht vertrat der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT), Otto Wolff von Amerongen. Grundlage für die derzeit noch günstige Wirtschaftsentwicklung sind Wolff zufolge vor allem die anhaltend positive Investitionsneigung der Unternehmer und die sehr günstige Entwicklung der Exporte.

Sorgen um den Preisanstieg machen sich die Privat- und Geschäftsbanken. Daher plädiert der Bundesverband Deutscher Banken trotz der Konjunkturrisiken für eine Fortsetzung der Stabilitätspolitik, weil sonst auf lange Sicht Rückschläge für Wachstum und Beschäftigung unvermeidlich seien. Die Rückkehr zu stabileren Preisen sei auch eine wesentliche Voraussetzung, um die defizitäre deutsche Leistungsbilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Immer weiter ins Ungleichgewicht geraten hingegen die Produktion der deutschen Landwirte von Milch und Butter und deren Verzehr durch die Bundesbürger. Nach Angaben des Bonner Ernährungsministeriums wird der Selbstversorgungsgrad bei Milch 1980 auf 121 Prozent, bei Butter auf 133 Prozent steigen. Bei Magermilch wird sogar ein Anstieg auf 204 Prozent erwartet.

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Italien ist mit erheblichem Abstand vor Frankreich und den Niederlanden der wichtigste Abnehmer deutscher land- und ernährungswirtschaftlicher Güter. Im letzten Jahr ist es – trotz anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten – in Italien gelungen, den Agrarexport gegenüber dem Vorjahr um 23,4 Prozent auf über 3,3 Milliarden Mark zu steigern.

Deutsche Hochsee- und Küstenfischer haben letztes Jahr weniger Fisch gefangen als 1978. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 1979 rund 330 000 Tonnen Fische und sonstige Meerestiere angelandet, 16 Prozent weniger als im Vorjahr.