ARD, Donnerstag, 1. Mai, 22 Uhr: "Weint nicht, wenn sie unsere Hütten abreißen – Schwarze Frauen in Südafrika", von Chris Austin, Peter Chappell und Ruth Weiss

Dieser Film, illegal in den schwarzen Ghettos der Apartheid-Republik gedreht, ist keiner der üblichen Korrespondenten-Berichte, alles andere als ein routiniertes "Feature". Er erspart sich einen anklagenden Kommentar, denn die Bilder vom vielfältigen Elend schwarzer Frauen im weißen Land sprechen in ihrer dokumentarischen Ruhe eine Sprache, die an Deutlichkeit, an wortloser Empörung nichts zu wünschen übrigläßt.

Mit einer Geduld und Sorgfalt, die selten vorkommt im Fernsehen, stellt der Film vier schwarze Frauen und ihre alltäglichen Demütigungen vor: Die erste wohnt in einem fernen "Homeland" und sieht ihren Mann nur einmal im Jahr; die zweite, eine Krankenschwester aus Soweto, verdient halb soviel wie ihre weißen Kolleginnen; die dritte lebt in einem Wohnheim für schwarze Arbeiterinnen, das wie ein Zuchthaus von der Außenwelt abgeriegelt ist; die vierte, eine Hausangestellte, wird von ihren Arbeitgebern gedankenlos ausgebeutet.

"Es wird Krieg, geben, und die Weißen werden ihn verlieren", sagt eine Frau. Wer diesen Film gesehen hat, versteht, warum es Krieg geben muß in Südafrika. HCB