Großbritanniens Automobilbauer, fast ausnahmslos in der Staatsfirma Leyland zusammengeschlossen, haben mit Automobil-Exporteuren besonders heftig zu kämpfen. Insbesondere japanische Firmen setzen dem von Streiks, Modell-Fehlplanungen und Fertigungsmängeln gebeutelten Staatskonzern mächtig zu. Leyland mußte sich sogar schon mit Honda zum Bau eines gemeinsamen Autos zusammentun, um nicht ganz den Anschluß zu verlieren. Eine wenig ruhmreiche Situation für eine Nation mit einer großen Automobiltradition.

Während sich die britischen Automobilmanager der Eindringlinge aus Fernost und vom Kontinent an der Heimatfront zu erwehren suchen, kommen plötzlich beunruhigende Meldungen von einem Nebenschauplatz des Handelsstreits, vom britischen Brückenkopf "in Europa". Datsun, eben erst mit eindeutig nach europäischem Geschmack geschneiderten neuen "Bluebird"-Modellen auf den Markt gekommen, hat die englische Rhein-Armee entdeckt. Innerhalb weniger Monate hat die deutsche Nissan-Tochter bereits 1000 Autos unter den 60 000 Soldaten abgesetzt, dank des Besatzungsstatuts zu Preisen, die mehr als zwanzig Prozent unter denen auf der britischen Insel liegen. Wer die Idee mit der japanischen Attacke auf die Rhein-Armee hatte, mag offen bleiben. Gewiß ist nur, daß Datsuns Deutschland-Chef, Harald Wulff, zuvor bei Leyland in Lohn stand.

K.V.