Die Bemühungen, die Aktionäre mehr als bisher an den Unternehmensgewinnen zu beteiligen, zeigen Anfangserfolge. Besonders deutlich wurde dies an der Heraufsetzung der BASF-Dividende von sechs auf acht Mark, ein Schritt, mit dem nur wenige Börsianer gerechnet hatten. Auf den Kurs der BASF-Aktien wirkte sich diese Überraschung allerdings nur sehr begrenzt aus. Zur Jubel-Stimmung gibt es angesichts der weltpolitischen Situation auch keinen Anlaß.

Es will schon viel heißen, wenn angesichts der politischen Wolken die Aktienkurse bisher so bemerkenswert stabil geblieben sind. Zu verdanken haben sie dies einmal der in den vergangenen Wochen stattgefundenen Zinssenkung um Rentenmarkt, aber auch einigen Kaufaufträgen aus dem Ausland. Die Labilität, des Dollar scheint den Schweizer Franken und die Mark als Anlagewährung wieder interessanter gemacht zu haben.

Daß sich die deutschen Anleger zurückhalten, läßt sich unschwer an einzelnen Kursbewegungen ablesen. Steigerungen gab es im wesentlichen lediglich bei den international bekannten deutschen Papieren – und das sind im Grunde nur sehr wenige, Ganze Marktbereiche blieben vernachlässigt. Das liegt sicherlich nicht an fehlenden Mitteln, Sie stehen reichlich zur Verfügung, auch für eine Aktienanlage. Nur herrscht Einigkeit darüber, daß man bei einer Zuspitzung der Krise nicht liquide genug sein kann, um nach jeder Richtung hin disponieren zu können.

Sonderbewegungen gibt es natürlich auch in der gegenwärtig schwierigen Börsensituation, Ein Beispiel liefern die Aktien von Karstadt und Kaufhof. Sie stiegen in den letzten Tagen gegen den allgemeinen Trend. Obwohl für 1980 mit einer abnehmenden Konsumfähigkeit gerechnet werden muß, sagen einige Banken der Kaufhausbranche nach den von ihr vorgenommenen Umstrukturierungen eine Ertragsstabilisierung voraus. K. W.