• Herr Benz, ein wichtiges Thema der IG Metall-Jugendkonferenz ist die Auseinandersetzung um die gewerkschaftliche Bildungsarbeit. Hat dieser Streit, der zwischen den Einzelgewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbunds entbrannt ist, Auswirkungen auf die künftige Politik in der Jugend- und Bildungsarbeit der IG Metall?

Benz: Der Streit bezieht sich nicht auf die grundsätzlichen Positionen. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, daß die Ausgangspositionen und Grundsätze unserer Bildungsarbeit einheitlich sind, daß wir hier auch wieder eine gemeinsame Basis erreichen. Auseinandersetzungen sind auf Grund von Begriffen und Fehleinschätzungen entstanden, die nicht abgeklärt sind. Dieser Abklärungsprozeß läuft zur Zeit.

Was die Jugendarbeit der IG Metall anbelangt, gibt es für uns überhaupt keinen Grund, von unserer bisherigen Konzeption abzuweichen.

  • Was sind die Kernpunkte der Auseinandersetzung?

Benz: Die Kritiker unserer Arbeit behaupten, wir betreiben eine übertriebene Gremienarbeit, eine Kaderpolitik, und entfernen uns damit zu sehr von der Basis. Diese Behauptungen sind allerdings in keiner Weise gerechtfertigt. Wenn wir die Bedeutung von gewählten Gremien herausstellen, dann einfach deshalb, weil eine demokratische Organisation, in der Kompetenzen delegiert werden, gar nicht anders funktionieren kann.

  • Neben der Auseinandersetzung um die Bildungsarbeit hat noch ein anderes Thema heftige Debatten ausgelöst: Der Vorwurf der kommunistischen Unterwanderung, vor allem der Jugendorganisationen.

Benz: Für die IG Metall existiert das Problem einer kommunistischen Unterwanderung überhaupt nicht. Natürlich gibt es bei uns auch Mitglieder, die dieser Partei angehören oder ihr nahestehen, das sind allerdings unter den Funktionären der Organisation vielleicht zwei oder drei Prozent. Was die Mitgliedschaft im Jugendbereich anbelangt, ist wahrscheinlich nur noch von einem Bruchteil dieser Prozentzahl zu reden.