In der neuen Oberstufe gibt es nicht viel zu lachen

SCHÜLER

Das heutige Gymnasium, besonders die Oberstufe, ist in meinen Augen ein einziger Skandal. Was früher einmal darauf gerichtet war, dem Schüler möglichst viel Wissen auf vielen Gebieten, sprich Allgemeinbildung, zu vermitteln, ist von einer dilettantenhaft geführten Schulpolitik skrupellos mißbraucht worden. Das Produkt hiervon ist die Heranzüchtung von "Fachidioten". Der Lehrstoff in der gymnasialen Oberstufe ist so konzipiert, daß der Schüler von immer weniger Fächern immer mehr lernen muß. Ist denn das Gymnasium eine Mini-Universität? Unsere Schule darf nicht noch einmal reformiert werden! Eine Reform dieser Art zu reformieren, wäre genauso unsinnig, wie einen Ochsen zu melken. Klaus Müller-Engstfeld, Abiturient, Düsseldorf

Durch die reformierte Oberstufe haben viel mehr Schüler die Möglichkeit erhalten, ein gutes erzielen, da sie die Leistungskurse auf Grund ihrer Neigungen und Interessen wählen sowie bestimmte ungeliebte Fächer abwählen oder nur zwei Semester belegen können. Dies schafft einen erheblichen Motivationszuwachs. Sicherlich ist damit auch ein Verlust an Allgemeinbildung und eine frühzeitige Spezialisierung gegeben, ob aber dies den "Wert" des neuen Abiturs mindert, läßt sich erst feststellen, wenn die jetzigen Abiturienten ihr Studium hinter sich haben und im Berufsleben stehen,

Formal ist an der reformierten Oberstufe als vorteilhaft anzusehen, daß die schriftliche Prüfung auf drei Tage begrenzt ist und daß die eigentliche Abiturprüfung nur noch ein Drittel für die Gesamtqualifikation zählt.

Herbert Härle, Abiturient, Bad Buchau

Im großen und ganzen befürworte ich die Oberstufenreform. Ihr Vorteil ist, daß der Schüler die Möglichkeit hat, Fächer zu wählen, die ihn interessieren. Bei mir konnte ich dadurch eine größere Motivation zum Lernen feststellen.