Walter Trux hat vergeblich um seinen Job gekämpft. Es kam so, wie es bereits vor Monaten (ZEIT Nr. 16) intern so gut wie entschieden war: Der Aufsichtsrat der Fichtel & Sachs AG, Schweinfurt, hat am Montag dieser Woche den definitiven Beschluß gefaßt, den Vertrag des 51jährigen Vorstandsvorsitzenden und früheren IBM-Topmanagers über das Jahresende hinaus nicht zu verlängern.

Dabei hat der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Premauer (aus dem Hause der Bayerischen Vereinsbank) von seiner "Zweitstimme" nicht einmal Gebrauch machen müssen. Denn die Entscheidung gegen Trux ist bereits im ersten Wahlgang gefallen, also mit mindestens zwei Dritteln der Stimmen. Auch die Mehrheit der Arbeitnehmervertreter hat überraschend gegen Trux gestimmt, obwohl der Betriebsratsvorsitzende Adolf Ley sich sehr stark für ihn engagiert hatte. Es gab, so heißt es, auch bei den Angehörigen der IG Metall "keinen Fraktionszwang".

Die Arbeitnehmer allein hätten Trux ohnedies nicht retten können. Das wußte er. Er setzte seine Hoffnung zuletzt wohl mehr auf die Erben des verstorbenen Ernst Wilhelm Sachs, die bei der Holding Sachs AG mit 37,5 Prozent beteiligt sind. Doch hier haben die Testamentsvollstrecker die Hand darauf, solange der Rechtsstreit um die Gültigkeit der Vollstreckung nicht entschieden ist. Die übrigen Sachs-Großaktionäre Salzgitter, Commerzbank und Gunther Sachs wollten Trux ablösen.

Da kein Vorstandsvorsitzender gegen die Mehrheit der Aktionäre regieren kann, wäre es für den Fichtel-&-Sachs-Chef wohl klüger gewesen, ohne Eklat zu resignieren.