Von Ursula Hinsch

In Uganda ist es wieder friedlich! Kommen Sie zu uns, seien Sie unsere Gäste! Sie werden es nicht bereuen!" lautete die Einladung. Wir konnten ihr nicht widerstehen, obwohl wir Uganda wegen der politischen Wirren bereits schweren Herzens aus unserem Reiseprogramm gestrichen hatten. Aber als auch die deutsche Botschaft in Nairobi nach einer telephonischen Rücksprache in Kampala eine positive Auskunft gab, zögerten wir nicht lange und fuhren über Kisumu, die kenianische Hafenstadt am Victoriasee, zum Grenzort Busia.

Dort herrschte ein reger Grenzverkehr. Viele Fußgänger kamen herüber, um Obst und Gemüse einzutauschen. In Uganda ist die Versorgung noch schlecht. Auch wir versahen uns auf dem Markt mit Eiern, Kartoffeln, Gemüse und ließen alle Kanister mit Benzin füllen. Treibstoff sollte "drüben" Mangelware sein.

Allen Unkenrufen zum Trotz passierten wir schon nach knapp einer Stunde die Grenze. Sogar die berüchtigte tansanische Militärkontrolle ließ uns nach einem neugierigen Blick ins Innere unseres Campingbusses weiterfahren.

Jenseits der Grenze erwartete uns fruchtbares, grünes Ackerland mit Mais-, Kartoffel- und Baumwollfeldern. Maniok, Hirse, Bohnen, Tomaten, Zwiebeln – alles gedieh hier bestens. Zwischen den üppigen Bananenwäldern verschwanden die Hütten fast ganz. Auf den Straßen fielen die prächtig gekleideten Frauen auf. Fast alle trugen lange, hübsche Kleider mit großen, tütenartigen Puffärmeln, dazu ein kunstvoll gebundenes Tuch um den Kopf.

Idi Amin hatte diesen Brauch eingeführt. Er, der Uganda zu einem Bollwerk des Islams machen wollte, verbot den Frauen, Hosen zu tragen, Perücken aufzusetzen und sich zu schminken. Die züchtigen langen Kleider sind geblieben – wenigstens auf dem Lande.

So armselig die Dörfer, die wir durchfuhren, auch waren, alles machte einen friedlichen Eindruck. Der Krieg ist überstanden, man baut wieder auf; hier im Agrargebiet ist es leicht, der Boden ist fruchtbar.